Zwischen Slackline und Schnappschüssen | Gemeinde Kriftel – Obstgarten des Vordertaunus
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Zwischen Slackline und Schnappschüssen

Zwischen Slackline, Bogenschießen und Schnappschüssen 

von Alexander van de Loo  Rundherum wird angefeuert, gelacht und ausprobiert. Auf der Wiese zwischen Parkbad-Parkplatz und Festplatz herrscht auch an diesem sonnigen Sonntag reger Betrieb. Die „Spiele im Park“ haben am 30. August zum dritten Mal zahlreiche Besucher angelockt.

Ein Fuß setzt sich vorsichtig auf das schmale Band. Sofort beginnt es zu wackeln. Der zweite Fuß folgt – ein kurzer Moment der Unsicherheit, dann ist das Gleichgewicht wieder da. Ein paar Zentimeter über dem Rasen wird auf der Slackline aus einem scheinbar einfachen Schritt plötzlich eine echte Herausforderung. Die siebenjährige Juliane probiert aus, was es heißt, auf einem elastischen Seil zu laufen. Zum Schluss balanciert die kleine Hofheimerin sogar einige Schritte freihändig und lacht glücklich.

Der Verein Slackline Rhein-Main hat mehrere Bänder für Anfänger und Fortgeschrittene etwa 20 Zentimeter hoch über dem Rasen aufgespannt. Die Profis zeigen, wie es geht – und vor allem, wie man überhaupt erst einmal auf das Band kommt. Denn so einfach, wie es bei den erfahrenen Slacklinern aussieht, ist es keineswegs. Das Band federt bei jeder Bewegung mit. Wer darauf stehen will, braucht Körperspannung, Gleichgewichtssinn und vor allem Konzentration, erklärte Sascha Nowak, der den Verein für Kriftel gegründet hat. Für manche ist schon der erste Schritt ein kleiner Erfolg. Andere schaffen mit etwas Hilfe bereits zwei oder drei Schritte. Nowak – der erst mit 40 angefangen hat – geht auch über 100 Meter hoch. Fotos zeugen davon.

Mit der Kamera auf Entdeckungstour

Ein paar Schritte weiter stehen Kreativität und ein gutes Auge im Mittelpunkt. Der Foto- und Filmclub Kriftel präsentiert die Aufgaben seiner diesjährigen Fotorallye. „20 Anmeldungen haben wir schon“, wie Joachim Rehle vom FFC stolz verkündet. Viele davon sind „Wiederholungstäter“. Wie Milena, Felix, Malon und Kieran. Zum dritten Mal dabei. Wieder müssen fünf Aufgaben fotografisch umgesetzt werden. 120 Minuten haben die Teams Zeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Am 20. September werden die Gewinner durch die Jury ermittelt. Ulla Russ vom VKS, die freiberufliche Fotografin Anja Gärtner-Balden und Bürgermeister Christian Seitz bewerten dann die Bilder unter anderem danach, wie gut das jeweilige Thema getroffen wurde. Auch Technik, Belichtung, Schärfe und Bildkomposition entscheiden.

Impressionen

Ins Gelbe getroffen

Während die einen mit Kameras unterwegs sind, konzentrierten sich nebenan andere auf einen deutlich kleineren Punkt: einen Luftballon auf einer 60 mal 60 Zentimeter großen Schießscheibe. Beim Bogenschießen des Schützenvereins Kriftel ist Jugendleiter Ulf Kawecki mit anderen Trainern unermüdlich im Einsatz. Bogen spannen, zielen, kurz innehalten – und dann den Pfeil fliegen lassen.

Hier geht es nicht allein darum, möglichst schnell einen Treffer zu landen. „Konzentration, Feinmotorik und Bewegungsabläufe“ sind ebenso wichtig, erklärt Kawecki. Das scheint besonders die neunjährige Liya zu beherzigen. Eifrig versucht sie sich am Bogen und das schon richtig gut, wie die 18jährige Trainerin Lilian lobend feststellt. „Mädchen sind in dem Alter generell weiter“, ergänzt Trainer Hans Bott.

Belohnung als Zugabe

Und dann gibt es da natürlich noch die andere Seite der „Spiele im Park“: die Belohnung nach all der Anstrengung. Denn wer nach Bewegung und Konzentration eine Pause braucht, musste nicht lange suchen. Vor dem Kiosk hat sich zeitweise eine Schlange von rund 20 Menschen gebildet. Sport, Spiel und Spannung machen schließlich durstig.

Und auch der Förderverein der Weingartenschule hat erneut einen Stand aufgebaut. Zuckerwatte, Muffins, Kuchen und Getränke gehen gut weg. Vor allem die Zuckerwatte entwickelt sich schnell zum Publikumsmagneten. Mit Eifer werden bunte Schlüsselanhänger und Bilderhalter gebastelt. Die „Spiele im Park“ bieten auch Gelegenheit, mit Eltern ins Gespräch zu kommen und neue Mitglieder zu gewinnen. Denn ein aktiver Förderverein ist wichtig für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus, erläutert Stefanie Wörndle. Mit Mitgliedsbeiträgen und der Unterstützung von Sponsoren können zusätzliche Mittel für zahlreiche schulische Projekte bereitgestellt werden: Theaterprojekte, die Bibliothek, Schüleraustauschfahrten, Angebote zum sozialen Lernen, die Schulausstattung und AGs für das Nachmittagskonzept der Schule.

Und während am Slackline-Parcours noch vorsichtig balanciert, am Bogenschießstand konzentriert gezielt und an den Ständen nach Kuchen und Zuckerwatte gegriffen wird, zeigt sich einmal mehr, was den Reiz der „Spiele im Park“ ausmacht: Es geht nicht um den einen großen Höhepunkt. Es ist die Mischung, die den Nachmittag lebendig macht – Bewegung, Wettbewerb, Kreativität, Begegnung und ein bisschen Süßes zwischendurch. Alexander van de Loo