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DAS passiert in Kriftel

Mit Rollator mehr Freiheit genießen

Training machte Mut, am Leben teilzunehmen

Um Menschen, die auf den Rollator angewiesen sind, Mut zu machen und ihnen im Alltag mehr Sicherheit zu geben, organisiert die Seniorenberaterin der Gemeinde Kriftel, Gabriele Kortenbusch, für das Familienzentrum Kriftel regelmäßig Trainingskurse – in Zusammenarbeit mit der MTV Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH und dem Verkehrsunternehmen DB Regio Bus Mitte GmbH. Auch vergangenen Samstag fand wieder ein Kurs statt: Insgesamt 17 Teilnehmende, darunter Männer und Frauen, ließen sich von Trainingsleiterin Jutta Dobener vom MTV viele hilfreiche Tipps geben.

In Ruhe üben

„Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben erzählt, dass sie sich bisher nicht getraut hätten, überhaupt mit dem Bus zu fahren“, berichtet Gabriele Kortenbusch. „Großes Anliegen von Jutta Dobener ist es daher, den Menschen vor allem erst einmal Mut zu machen, es zu wagen.“ Die Seniorenberaterin freut sich, dass mit dem Training Ängste und Hemmungen abgebaut und die Teilnehmenden sichtbar motiviert und ermutigt werden konnten: „Das bedeutet mehr Sicherheit und damit deutlich mehr Aktivität und Lebensqualität.“ Oft halte der Gedanke, erst Sohn oder Tochter um eine Beförderung zu bitten, davon ab, Eisessen zu gehen oder sich mit Bekannten in der Stadt zu treffen.

Eine Gruppe Rollator-Fahrer vor einem Linienbus.

Klar sei, dass ein Trainingstag noch keine „Meister“ mache, die Übung sei es letztlich, die Sicherheit gibt. „Daher ist es sehr komfortabel, hier einmal in Ruhe das Ein- und Aussteigen zu üben, ohne den Stress der Alltagssituation, wo man möglicherweise den genervten Blicken wartender Fahrgäste ausgesetzt ist“, so Kortenbusch. Nach dem Kurs war das Feedback überwältigend: „Es wurde vielfach gelobt, dass die Gemeinde und das Familienzentrum sich mit Angeboten um die Sorgen und Nöte von Seniorinnen und Senioren kümmern. Sie alle haben sich gewünscht, dieses Angebot möglichst jedes Jahr anzubieten“, freut sie sich.

Nur Mut!

Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer trafen sich zunächst auf dem Krifteler Kerbeplatz im Freizeitpark. In einem dort geparkten Linienbus wurde zunächst in Ruhe das Ein- und Aussteigen ausprobiert. Im Anschluss wurde die Bushaltestelle an der Konrad-Adenauer-Schule angefahren, um auf dem Weg dorthin das empfohlene Verhalten beim Anfahren und Anhalten des Busses als auch das Ein- und Aussteigen an einer Bushaltestelle mit erhöhter Bordsteinkante zu trainieren. „Denn auch hier kann der Bus nicht immer ganz nah am Bordstein anhalten und die Lücke zwischen Bus und Bordstein macht unsicher“, weiß Gabriele Kortenbusch.

Jutta Dobener riet davon ab, schwere Einkäufe mit dem Rollator zu befördern: „Das kann gefährlich sein. Schnallen Sie sich am besten einen Rucksack auf den Rücken.“ Sie konnte zeigen, dass generell das Rückwärts-Aussteigen Sinn macht. Auch auf das Zusammenklappen und Verstauen auf der im Bus vorgesehenen „Parkzone“ und das Lösen eines Tickets nach dem Einsteigen ging sie ein.

„Das Allerwichtigste ist, sich zu trauen, andere Fahrgäste oder auch das Fahrpersonal um Hilfe zu bitten“, betont Gabriele Kortenbusch. „Es gibt schließlich viele freundliche Menschen.“ Je öfter man sich (zu)traue, mit dem Rollator mobil zu sein, desto mehr Sicherheit und Routine stelle sich ein.

Weitere Infos gibt Gabriele Kortenbusch, Telefon 06192/4004-26 oder gabriele.kortenbusch@kriftel.de.