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Kleintierzüchter dank Zuschuss digital stark
„Digitale Werkzeuge helfen dabei, Ehrenamtliche zu unterstützen“
„Vor ein paar Tagen erst bekam der Vorstand vom Kleintierzuchtverein Kriftel die Information, dass die Bewerbung beim Projekt ‚Hessen digitalisiert‘ dieses Jahr geklappt hat“, freut sich der Vorsitzende des Vereins, Markus Ziegler. „Einmal im Jahr gibt es vom Land Hessen einen Zwei-Wochen-Slot, in dem man sich als gemeinnütziger Verein beim Ministerium für Digitalisierung und Innovation bewerben kann und Projekte vorstellt. Gute 22 Seiten haben wir vom Kleintierzuchtverein erarbeitet und eingereicht. Die letzten Jahre hatte es leider nicht geklappt. Aber jetzt kann es losgehen!“
Der Kleintierzuchtverein 1907 Kriftel will seine internen Strukturen modernisieren und digitalisieren. Mittels neuer Hardware und der Installation einer Software zur Mitgliederverwaltung soll die ehrenamtliche Arbeit vereinfacht und standardisiert werden. Zudem soll unter anderem eine datenschutzkonforme Speicherung eingerichtet werden.
Möglich macht diese Vorhaben eine Förderung des Ministeriums für Digitalisierung und Innovation über 14.890 Euro aus dem Programm „Ehrenamt digitalisiert!“ Digitalministerin Prof. Dr. Krisna Sinemus kam am Mittwochmorgen persönlich vorbei, um den Bescheid an Markus Ziegler und den zweiten Vorsitzenden Markus Hahn zu überreichen.
Ministerin: Unterstützung von Menschen, die ihr Herzblut einsetzen
„Das ist nicht selbstverständlich, dass ein Förderbescheid persönlich durch die Ministerin übergeben wird. Das zeigt die Wertschätzung für das Ehrenamt in Hessen“, lobte der Landtagsabgeordnete Axel Wintermeyer (CDU), der zur Bescheidübergabe gekommen war. „In Kriftel gibt es ein tolles Miteinander, einen Spirit, der mit Geld nicht zu bezahlen ist.“ Alexander Feist, Vorsitzender der Gemeindevertretung Kriftel, betonte, wie wichtig eine gute Digitale Ausstattung ist, gerade in Zeiten, in denen der Bürokratismus auch im Vereinsbereich immer mehr zunimmt.
„Hinter jedem erfolgreichen Verein stehen Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihr Herzblut für andere einsetzen. Dieses Engagement ist von unschätzbarem Wert. Wenn digitale Werkzeuge dabei helfen, die Vereinsarbeit einfacher zu organisieren und Ehrenamtliche zu entlasten, profitieren davon nicht nur die Vereine selbst, sondern auch die vielen Menschen, die sich dort begegnen und engagieren“, betonte dann auch Digitalministerin Prof. Dr. Krisna Sinemus, die sich sehr interessiert an Verein und Tieren zeigte und sogar Huhn Frida beim Gruppenfoto auf dem Arm hielt.
Ihren Dank an die Ministerin überbrachten neben dem Vereinsvorstand auch Pasquale Fiore, Fachbereichsleiter „Kultur und Soziales“, sowie Carmen Jimenez-Gutierrez, Vorsitzende des Ausländerbeirats, die als Vereinsmitglied ebenso eine Parzelle mit Hühnern auf dem Gelände betreibt, und Clemens Schäfer, Gemeindevertreter und langjähriges Vereinsmitglied seit über 52 Jahren. Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete Martin Mohr waren leider terminlich verhindert.
Ziel des Vereins: einfacheres Arbeiten und mehr Attraktivität für jüngere Mitglieder
Zentraler Bestandteil des Projekts des rund 60 Mitglieder zählenden Vereins ist die Anschaffung moderner Laptops für den Vorstand, die eine digitale Mitgliederverwaltung, Beitragsabrechnung, Protokollführung, Terminplanung sowie die einheitliche Bearbeitung und Ablage vereinsinterner Dokumente ermöglichen. Damit sollen Verwaltungsprozesse standardisiert und weitgehend papierlos durchgeführt werden. Zur technischen Vernetzung soll ein WLAN-Router für das Vereinsheim installiert werden. Dieser bildet die Grundlage für den gemeinsamen Zugriff auf digitale Arbeitsmittel während Sitzungen. Ergänzend soll ein NAS-Laufwerk zur zentralen und datenschutzkonformen Speicherung von Vereinsdaten eingesetzt werden. Eine Vereinssoftware soll zudem die Mitgliederverwaltung vereinfachen.
Ziegler machte deutlich: „Vor dem Hintergrund einer langen Vereinstradition stehen wir heute vor der Herausforderung, die Administration und den internen Wissenstransfer an moderne digitale Standards anzupassen. Ziel ist es, auch die Attraktivität des Vereins für jüngere Mitglieder durch zeitgemäße Arbeitsabläufe zu steigern.“ Die Zeiten der Karteikarten und vielen Papierordnern an verschiedenen Stellen seien vorbei und einfach nicht mehr zeitgemäß. Er machte klar: „Wer nicht mit der Zukunft geht, geht in Zukunft. Hierzu soll der Kleintierzuchtverein selbstverständlich nicht gehören.“
Besonders bei operativen Terminen auf dem Vereinsgelände, wie den regelmäßigen Impf- und Tätowierungsmaßnahmen, erlauben beispielsweise Tablets eine unmittelbare Dokumentation vor Ort, wodurch zeitintensive Nachbereitungen entfallen und Verwaltungsprozesse weitgehend papierlos standardisiert werden. Das Herzstück der digitalen Erneuerung im Vereinsheim soll ein großer Präsentationsmonitor werden, so steht es im Vereinskonzept. Per Webcam sollen Experten digital zugeschaltet werden können und auch Mitgliedern, die nicht mobil sind, soll so die Teilhabe am Vereinsleben ermöglicht werden. Eine digitale Schließanlage soll zudem für mehr Sicherheit sorgen.
Die Vereinsanlage liegt in der Bachstraße 19 direkt am Schwarzbach. Auf der „Farm“ leben viele verschiedene Kaninchen, Geflügelarten und andere Kleintiere, darunter auch Rassen, die vom Aussterben bedroht sind. Die Anlage wurde vor über 119 Jahren in Eigenhilfe von den Mitgliedern und freiwilligen Kriftlern erbaut und ist für Spaziergänger und Besucher, vor allem für Kinder, immer ein Erlebnis. Die einzelnen Parzellen können auf Anfrage jederzeit besichtigt werden. Die letzten Jahre wurde das Vereinsheim renoviert und erneuert.
Das Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“ wurde 2020 im Haus der Digitalministerin initiiert, um den digitalen Wandel in ehrenamtlichen Organisationen zu unterstützen. Seitdem haben mehr als 980 gemeinnützige Institutionen Beträge zwischen 5.000 und 15.000 Euro erhalten. Im Landeshaushalt stehen 2026 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

