Jugendfeuerwehr aus drei Nationen | Gemeinde Kriftel – Obstgarten des Vordertaunus
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Jugendfeuerwehr aus drei Nationen

Eine Woche, die Europa verbindet

Eine Woche voller spannender Erlebnisse, neuer Freundschaften und gelebter europäischer Gemeinschaft liegt hinter 30 Jugendlichen aus Kriftel sowie den Partnerstädten Airaines (Frankreich) und Piława Górna (Polen). Im Rahmen der trinationalen Jugendbegegnung waren Mitglieder der Jugendfeuerwehren in der letzten Sommerferienwoche in Kriftel zu Gast. Organisiert wurde das abwechslungsreiche Programm vom Städtepartnerschaftsverein Kriftel in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, der DLRG und dem Kleingartenverein Kriftel.

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2025 im französischen Airaines fand das Jugendtreffen nun erstmals in Kriftel statt. Im kommenden Jahr wird die polnische Partnerstadt Piława Górna Gastgeber sein.

Blick hinter die Kulissen von Polizei und Rettungsdiensten

Zu den Höhepunkten der Woche gehörte der Besuch der Polizeistation Hofheim. Dort erwartete die Jugendlichen weit mehr als eine klassische Führung: Schutzwesten, Helme und weitere Ausrüstung konnten selbst angelegt werden, Dienstfahrzeuge wurden aus nächster Nähe erkundet und die Beamtinnen und Beamten gaben spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Auch der Zellenbereich und die erkennungsdienstlichen Räume standen auf dem Programm und sorgten für großes Interesse.

Ebenso beeindruckend waren die Besuche bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, der Leitstelle des Main-Taunus-Kreises und der Feuerwehr Hofheim. Moderne Einsatzfahrzeuge wurden vorgestellt und sogar ein echter Einsatz konnte miterlebt werden, als während des Besuchs ein Löschfahrzeug zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage ausrückte. Für viele Jugendliche blieb auch der 50 Meter hohe Übungsturm der Feuerwehr unvergessen.

Impressionen:

Frankfurt, Fulda und viele gemeinsame Erlebnisse

Neben dem fachlichen Austausch bot das Programm zahlreiche kulturelle und gemeinschaftliche Höhepunkte. Eine Stadtführung durch Frankfurt, der Besuch des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda, der Gedenkstätte Point Alpha in Geisa sowie ein gemeinsamer Abend auf dem Mainuferfest mit Feuerwerk sorgten für bleibende Erinnerungen. Auch Sport und Freizeit kamen mit dem Kletterwald am Neroberg sowie Aktivitäten im Parkbad und bei der DLRG nicht zu kurz.

Bürgermeister Christian Seitz, zugleich Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins, freute sich über die große Resonanz: „Wir freuen uns sehr, dass alle Plätze vergeben waren. Das zeigt, wie groß das Interesse junger Menschen an internationalen Begegnungen ist.“

Freundschaften über Grenzen hinweg

Für einen der Hauptorganisatoren, Ehrenbürger Bodo Knopf, war besonders das Miteinander der Jugendlichen beeindruckend. Trotz unterschiedlicher Sprachen verstanden sich die 12- bis 17-Jährigen hervorragend – mit Englisch, Gestik, Mimik und einer großen Portion Offenheit. „Bei allen Programmpunkten waren die Jugendlichen aufmerksam, neugierig und aktiv dabei. Es wurden unzählige Fragen gestellt und am Ende der Woche waren aus Fremden echte Freunde geworden“, freut sich auch Monika Beisheim, die als Vorstandsmitglied des Städtepartnerschaftsvereins und Bereitschaftsleiterin des DRK schon viele Begegnungen begleitet hat. Besonders bewegend sei gewesen, wie selbstverständlich sich die Gruppe um eine verletzte Teilnehmerin aus Polen kümmerte, für die kurzfristig ein Rollstuhl organisiert wurde, damit sie an allen Aktivitäten teilnehmen konnte. Nach dem Abschiedsessen im Vereinshaus der Kleingärtner waren sie kaum zu trennen.

Für Bürgermeister Seitz geht die Bedeutung der Begegnung weit über das Ferienprogramm hinaus: „Solche Jugendbegegnungen sind ein wichtiger Beitrag zum Frieden in Europa. Junge Menschen erleben, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind – über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Städtepartnerschaften schaffen Vertrauen, Freundschaft und gemeinsame Werte. Dieses Engagement ist heute wichtiger denn je.“ Großer Dank gelte allen Organisatoren und natürlich auch wieder den Übersetzerinnen und Übersetzern Joanna Bernsen, Joel Wielpütz, Helmut Wielpütz und Marta Knittel.

Auch Gemeindebrandinspektor Rachid Maach sowie die Leiter der Jugendfeuerwehr, Henry Herrmann und Nadine Radünz, waren begeistert und freuen sich auf ein Wiedersehen mit ihren Feuerwehrkameradinnen und Kameraden in Airaines und Pilawa Gorna.

Als die Jugendlichen am Wochenende die Heimreise antraten, nahmen sie nicht nur viele Eindrücke mit nach Hause, sondern vor allem neue Freundschaften und die Erfahrung, dass Europa dort lebendig wird, wo Menschen einander begegnen – und sich für andere Menschen in Notsituationen engagieren.