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Ideen einbringen: Jugendforum wächst
„Man kann hier sagen, was junge Menschen wirklich interessiert.“
Die Pinnwand füllt sich Karte um Karte. Grüne Zettel, orange Zettel. Sauber sortiert, aber voller Gedanken, die in Bewegung sind. „Spielstraßen“, steht auf einem der grünen Karten. Daneben „Miteinander“, „Sauberkeit“, „Ordnung“. Dinge, die funktionieren, die wichtig sind, die den Alltag der Jugendlichen in Kriftel prägen.
Auf den orangenen Karten wird es konkreter, manchmal auch kritischer. Der Bahnhof sollte sicherer sein, finden sie und die Straßenbeleuchtung heller. „Schiefe Schilder“ stören den Nachwuchs und er wünscht sich generell „mehr Freizeitangebote“. Es sind keine großen politischen Programme, sondern Beobachtungen aus dem Alltag, die hier direkt, ungefiltert und ehrlich kommuniziert werden.

Kristof Schütt und Kira Schuler. Sie sind Prozessmoderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung und leiten den Workshop.
Neben der Pinnwand stehen Kristof Schütt und Kira Schuler. Sie sind Prozessmoderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung und leiten den Workshop, der an diesem Nachmittag die Krifteler Jugend interessiert. Das Jugendforum soll künftig breiter aufgestellt werden. Neue und bekannte Gesichter treffen sich deshalb zum Austausch im Freizeithaus.
Die zentrale Frage: „Was beschäftigt euch in eurer Gemeinde?“ Stück für Stück entsteht ein Bild, wie junge Menschen ihre Gemeinde sehen. Nicht abstrakt, sondern sehr konkret, sehr nah dran.
Echte Gesichter und echte Anliegen
Das Jugendforum Kriftel ist nicht neu, aber es geht mit der Zeit. Der Generationenwechsel hat Gemeinde und mobile Beratung dazu bewegt, Einladungen an die Jugend zu verschicken. Und die kommt gerne zum Treffen: Jasmin (17) ist bereits Teil des Jugendforums und spricht über ihre Motivation. „Ich möchte, dass junge Menschen hier gesehen werden“, sagt sie. „Dass sie ein Sprachrohr haben. Dass man weiß: Hinter den Jugendlichen stehen echte Gesichter und echte Anliegen.“ Interesse an der Mitarbeit hat Johannes (11). „Ich war im Kinderbeirat aktiv und suche jetzt nach einer Alternative. Das hier könnte gut passen.“
Tessa (13) findet vor allem die Offenheit spannend. „Man kann hier sagen, was junge Menschen wirklich interessiert.“ Ertugrul (17) hat sich über die Einladung gefreut und ist schon fast überzeugt. „Ich kann mir gut vorstellen, mitzumachen.“
„Das Jugendforum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde und der mobilen Beratung“, erläutert Pasquale Fiore, Fachbereichsleiter Soziales, Kultur und Vereine. Angelina Konzok ist von der mobilen Beratung zuständig. Sie und Fiore führen alles zusammen und sorgen dafür, dass aus Ideen auch Wege werden.
Bürgermeister Christian Seitz, der die Jugendlichen herzlich begrüßt, betont: „Das ist kein Gremium mit parteipolitischer Couleur - und doch hat das Forum Gewicht.“ Es geht darum, Jugendlichen ohne formale Hürden zu zeigen, dass sie gefragt sind. Auch ein eigenes Budget steht dem Jugendforum zur Verfügung, um Ideen umzusetzen. Seitz: „Ich bedanke mich sehr für die Bereitschaft der Jugendlichen, am Treffen und am Brainstorming teilzunehmen und ich danke den Jugendlichen für ihr Engagement, die in den letzten Jahren das Jugendforum geprägt haben.“
Sicherheit, Dornenbüsche und mehr Licht
Dass Beteiligung nicht theoretisch bleibt, hat sich bereits gezeigt: Bei einer gemeinsamen Begehung mit der Polizei wurde das Thema Sicherheit am Freizeithaus besprochen. Die Beleuchtung am Bahnhof wurde verbessert. Im Schwimmbad sind Dornenbüsche zurückgeschnitten worden. Kleine Maßnahmen, die aber aus konkreten Hinweisen der Jugendlichen entstanden.
Die Motivation, weiterzumachen, ist groß. Rund 90 Einladungsbriefe wurden verschickt und am Lindenblütenfest warben sie für das Jugendforum. „Es sieht gut aus, wir haben Interessenten“, heißt es aus dem Organisationsteam.
Das nächste Treffen ist am 25. Juni um 18:30 Uhr im Freizeithaus. Von dort aus möchten die Teilnehmer in den Freizeitpark gehen, wo am Tag danach das große Sommerfestival „Musik im Park“ startet. „Dort können wir zeigen, dass Gemeindearbeit nicht nur Verwaltung ist, sondern auch Kultur, Begegnung und gemeinsames Erleben“, sagt Pasquale Fiore. Nach den Sommerferien soll das Jugendforum einmal monatlich zusammenkommen. Mit den neuen Gesichtern, neuen Ideen und einem guten Gefühl, dass Mitgestaltung in Kriftel ausdrücklich erwünscht ist!

