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DAS passiert in Kriftel

Glasfaserausbau geht voran

Gemeinde und GlasfaserPlus planen flächendeckendes Netz

Wichtiger Schritt für die digitale Zukunft der Obstbaugemeinde: Die Gemeinde Kriftel will gemeinsam mit der GlasfaserPlus GmbH den Ausbau eines modernen Glasfasernetzes vorantreiben. Eine entsprechende gemeinsame Erklärung wurde vom Gemeindevorstand verfasst und wird kommende Woche in der Ausschussrunde zur Abstimmung vorgelegt. Ziel ist der möglichst flächendeckende Ausbau eines Glasfasernetzes bis direkt in die Wohnungen (FTTH – Fiber to the Home). Glasfaser gilt derzeit als die leistungsfähigste und langfristig nachhaltigste Technologie für den Breitbandausbau.

Der Ausbau leistungsfähiger Internetverbindungen gehört seit Jahren zu den zentralen Infrastrukturprojekten der Gemeinde. Nach dem Austritt des Main-Taunus-Kreises aus der Gigabitregion FrankfurtRheinMain Anfang 2025 wurde die Zusammenarbeit auf Kreisebene neu organisiert. Eine interkommunale Kooperation soll seitdem Versorgungslücken identifizieren, Ausbaupotenziale analysieren und mögliche Förderprojekte vorbereiten.

Parallel dazu führte die Gemeinde Gespräche mit verschiedenen Telekommunikationsunternehmen: Im Frühjahr 2025 stellten mehrere Anbieter ihre Ausbaukonzepte für Kriftel vor. Während einige Unternehmen den Ausbau von Vorvermarktungsquoten abhängig machen, verfolgt die Deutsche Telekom einen abschnittsweisen Ausbau ohne solche Mindestquoten.

Bereits im Oktober 2025 kündigte die Telekom gemeinsam mit ihrer Beteiligungsgesellschaft GlasfaserPlus an, den Glasfaserausbau in Kriftel zu starten. Der erste Bauabschnitt betrifft rund 5.700 Haushalte nördlich der Bahnlinie.

Glasfaser als Standortvorteil

„Die Gemeinde sieht in einer modernen Glasfaserinfrastruktur einen wichtigen Faktor für die zukünftige Entwicklung Kriftels. Unternehmen erwarten heute leistungsfähige Internetanschlüsse als Standard. Gleichzeitig steigt auch bei privaten Haushalten der Bedarf durch Homeoffice, Streaming-Angebote, digitale Bildung und Telemedizin kontinuierlich“, so der Gemeindevorstand.

Inhalte der Vereinbarung sind:

  • Die GlasfaserPlus GmbH wird große Teile des Gemeindegebiets eigenwirtschaftlich ausbauen. Das bedeutet: Die Investitionen werden vollständig durch das Unternehmen getragen. Finanzielle Verpflichtungen entstehen der Gemeinde nicht.
  • Nach Abschluss der Arbeiten sollen Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s im Download und 500 Mbit/s im Upload möglich sein.
  • Bestehende Infrastruktur der Telekom soll dabei weitgehend genutzt werden, zusätzliche Technikstandorte sind nach aktuellem Stand nicht erforderlich.
  • Das Netz wird als sogenanntes Open-Access-Netz betrieben. Dadurch können grundsätzlich auch andere Partner des Ausbauunternehmens ihre Dienste über die Infrastruktur anbieten.
  • Die Gemeinde will den Ausbau organisatorisch begleiten und unter anderem relevante Planungsdaten bereitstellen, Genehmigungsverfahren unterstützen sowie die Abstimmung mit kommunalen Bauprojekten erleichtern.
  • Darüber hinaus sind gemeinsame Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen, um Bürgerinnen und Bürger über den Ausbau zu informieren.
  • Die erforderlichen Zustimmungen für Hausanschlüsse werden direkt durch die GlasfaserPlus GmbH eingeholt.
  • Der Ausbau soll nach Unterzeichnung der Vereinbarung und Abschluss der internen Planungen beginnen.
  • Für bislang nicht berücksichtigte Bereiche – insbesondere südlich der Bahnlinie – ist zunächst eine gesonderte Vermarktungs- und Evaluierungsphase vorgesehen. Ziel bleibt jedoch auch dort ein späterer eigenwirtschaftlicher Ausbau.


Der Gemeindevorstand spricht sich ausdrücklich für den Abschluss der gemeinsamen Erklärung aus. Mit der Vereinbarung werde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur erreicht. Gleichzeitig stärke die Gemeinde ihre Wettbewerbsfähigkeit als Wohn- und Wirtschaftsstandort und schaffe die Voraussetzungen für die digitalen Anforderungen der kommenden Jahrzehnte.