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Gelbe Tonnen bleiben künftig stehen
Wichtige Änderung: Gelbe Tonnen werden nicht mehr geleert
Ab Mai werden in Kriftel wie in anderen Kommunen des Main-Taunus-Kreises privat angeschaffte Gelbe Tonnen nicht mehr geleert, das teilt der zuständige Entsorger mit. Mitgenommen werden nur noch Gelbe Säcke, da dies der Vereinbarung zwischen Entsorger und dem Dualen System Deutschland (DSD) entspricht.
„Die Gelben Tonnen wurden von Bürgerinnen und Bürgern außerhalb der bestehenden Sammlungsvereinbarung angeschafft, denn in Kriftel galt immer schon immer die reine Sacksammlung“, erklärt Bürgermeister Christian Seitz. Die Gemeinde Kriftel habe aber dennoch bereits in den vergangenen Ausschreibungsverfahren darauf hingewirkt, dass im Gemeindegebiet sowohl Sack- als auch Tonnensammlung möglich gemacht wird, um die ursprünglich zum Teil auch vom Entsorger veräußerten privaten Gelben Tonnen verlässlich leeren zu können.
Bisher galt Kulanzregelung
„Dies ist jedoch von Vertretern des Dualen System Deutschland wiederholt abgelehnt worden“, so Seitz. „Es ist nicht immer ganz nachvollziehbar, warum es selbst innerhalb des Main-Taunus-Kreises unterschiedliche Regelungen gibt.“ Bis zuletzt habe sich die Gemeinde zusammen mit den weiteren betroffenen Kommunen im Main-Taunus-Kreis dafür stark gemacht, den bisherigen Status quo zu erhalten und Lösungsansätze unterbreitet, dass die Regelung bestehen bleiben kann. Dies sei aber letztlich an den starren Vorgaben des DSD gescheitert, bedauert der Bürgermeister.
Hintergrund: Die Entsorgung der Gelben Säcke und des Altglases werden nicht von der Gemeinde Kriftel ausgeschrieben oder beauftragt. Die Gemeinde wird bei dem überregionalen Ausschreibungsverfahren lediglich beteiligt. Die Kommunen des Main-Taunus-Kreises lassen sich hierbei aufgrund der speziellen Rechtslage bei diesem Verfahren gemeinsam juristisch vertreten.
Letzte Leerung am 22. April – Ausnahme sind 1.100-Liter-Container
Der private Erwerb einer Gelben Tonne begründe keinen Anspruch auf deren Entleerung, so die Argumentation des Entsorgers. Bislang habe man die Tonnen aus Kulanz geleert. Das sei künftig nicht mehr umsetzbar, teilt der Entsorger mit. Begründet wird dies mit dem erhöhten Aufwand, da sich im Gegensatz zur Tonnenleerung die Säcke „im Vorbeilaufen“ aufsammeln lassen. Privat angeschaffte Tonnen könnten nun weiterhin als „Sackgarage“ genutzt werden; am Abfuhrtag sind die Gelben Säcke jedoch lose am Straßenrand bereitzustellen.
Zudem habe sich die Frage des Schadenersatzes bei Beschädigungen an den privaten Tonnen zunehmend zu einem Problem entwickelt, da die Tonnen auf unterschiedlichen Wegen angeschafft wurden. „Das ist eben anders, als bei den Tonnen, für die die Gemeinde verantwortlich ist und für den Rest-, Bio- und Papiermüll zur Verfügung stellt“, macht Seitz deutlich. „Wir haben uns als Gemeinde auch ein anderes Ergebnis gewünscht, haben aber keine Möglichkeit, hier Einfluss zu nehmen“, betont er. Dennoch werde sich die Gemeinde auch künftig im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten dafür einsetzen, dass die bis dato praktizierte Abfuhr wieder möglich gemacht wird.
Ausnahmen gelten für Großwohnanlagen, die auf Antrag über 1.100-Liter-Container entsorgt werden.

