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Führung durch die Schwarzbachhalle
Sanierung auf der Zielgeraden – Gemeinde treibt Fertigstellung des Restaurants voran
Die Sitzung des Planungsausschusses am Montagabend startete mit einer Ortsbesichtigung der Schwarzbachhallen Kriftel: Die umfangreiche Sanierung und Erweiterung der Schwarzbachhallen sind weitgehend abgeschlossen. Während die Hallen bereits wieder uneingeschränkt genutzt werden können, arbeitet die Gemeinde nun mit Hochdruck daran, auch das neue Restaurant fertigzustellen und noch in diesem Jahr wieder zu eröffnen.
Die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter schauten sich sowohl im Restaurant des Schwarzbachhallen um und zeigten sich dort vor allem von den Dimensionen der neuen Küche beeindruckt; auch die Solaranlage auf dem Dach wurde besichtigt. Im Bericht über den Stand der Bauarbeiten zog der Erste Beigeordnete Martin Mohr ein positives Fazit: Die wesentlichen Maßnahmen der umfassenden Sanierung konnten planmäßig umgesetzt werden.
Dazu zählen unter anderem die vollständige Erneuerung der Großküche, die Sanierung und Erweiterung der Dachflächen einschließlich neuer Wartungswege und Entwässerungssysteme, die Installation einer Photovoltaikanlage sowie umfangreiche Modernisierungen im Bereich Brandschutz und Stromversorgung.
Notstrom für Krisensituationen
Auch die technischen Vorbereitungen für eine spätere Notstromversorgung wurden bereits weitgehend umgesetzt. Geplant ist, dass auch die Küche in einer Krisenlage mit Notstrom versorgt werden kann. Über die tatsächliche Umsetzung der Netzersatzanlage soll im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2027 entschieden werden, so der Vorschlag des Gemeindevorstands. Zwischenzeitlich wurden jeweils Teilabrufe der Fördermittel vorgenommen.
Die meisten Baustelleneinrichtungen sind inzwischen zurückgebaut worden, sodass die Hallen wieder uneingeschränkt für Veranstaltungen, Vereinsaktivitäten und den regulären Betrieb zur Verfügung stehen.
Gemeinde übernimmt Inneneinrichtung
Eine unerwartete Veränderung ergab sich Ende April 2026 durch den Rückzug der bisherigen Pachtanwärterin für das Restaurant (wir berichteten). Die von der Gemeinde zugesagten Arbeiten – darunter Abrissarbeiten und die Anfertigung der neuen Restaurantmöblierung – waren zu diesem Zeitpunkt bereits beauftragt beziehungsweise begonnen worden. Während die Möbelproduktion planmäßig weiterläuft, kamen andere Ausbauarbeiten im Gastraumbereich zunächst zum Stillstand.
„Die Gemeinde hat die Situation zum Anlass genommen, die weitere Vorgehensweise neu zu bewerten“, so Martin Mohr. „Gespräche mit potenziellen Nachfolgern haben gezeigt, dass bereits die notwendige gastronomische Grundausstattung für viele Betreiber eine erhebliche finanzielle Herausforderung darstellt. Hinzu kommen Investitionen in Personal, Warenbestand, Kassensysteme und weitere technische Einrichtungen.“
Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Gemeindevorstand, den Innenausbau des Restaurants weitgehend durch die Gemeinde fertigstellen zu lassen. Ziel ist es, den künftigen Pächtern optimale Startbedingungen zu bieten und eine Wiedereröffnung des Restaurants noch im Jahr 2026 zu ermöglichen.
Zu den noch ausstehenden Arbeiten von Gemeindeseite gehören unter anderem die Erneuerung und Gestaltung von Decken, Wänden und Bodenflächen sowie der Ausbau der Elektro- und Sanitärinstallationen.
Neue Chance: Großes Interesse am Restaurant
Trotz des überraschenden Rückzugs der bisherigen Interessentin sieht die Gemeinde auch Chancen in der neuen Situation. Mohr: „Das Interesse an dem Restaurantstandort ist groß. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Entwicklung meldeten sich zahlreiche Interessenten, die die Räumlichkeiten inzwischen besichtigt haben. Das Bewerberfeld reicht von Quereinsteigern über junge Gastronomiebetriebe bis hin zu erfahrenen Restaurant- und Cateringunternehmern.“
Um die geeignetsten Bewerber auszuwählen, setzt die Gemeinde auf ein konzeptorientiertes Auswahlverfahren. Neben wirtschaftlichen Kennzahlen werden dabei insbesondere das gastronomische Konzept, die fachliche Erfahrung sowie die Fähigkeit bewertet, künftig auch die Bewirtung großer Veranstaltungen in den Schwarzbachhallen – etwa während der Karnevalskampagne – zuverlässig sicherzustellen. Ziel ist es, aus dem Kreis der Bewerber/innen zwei bis drei besonders geeignete Kandidat/innen auszuwählen und mit diesen vertiefende Gespräche über eine langfristige Verpachtung zu führen.
Kostenentwicklung durch zusätzliche Anforderungen
Wie bei vielen komplexen Bauprojekten haben auch bei der Sanierung der Schwarzbachhallen technische und behördliche Anforderungen zu zusätzlichen Kosten geführt. Dazu zählen unter anderem Anpassungen im Bereich der Brandmeldetechnik, zusätzliche Wartungswege auf dem Dach sowie Preissteigerungen bei einzelnen Bauteilen. Zusätzliche Kosten entstehen zudem durch die Fertigstellung des Restaurantbereichs nach dem Rückzug von Brauerei und bisheriger Pachtanwärterin.
Zur Finanzierung dieser Mehrkosten schlägt der Gemeindevorstand vor, Mittel in Höhe von 365.000 Euro aus der bislang noch nicht umgesetzten Maßnahme „Anschaffung Netzersatzanlage“ zu verwenden. Darüber wird die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 25. Juni entscheiden.

