Bezahlbarer Wohnraum: Nachfrage hoch | Gemeinde Kriftel – Obstgarten des Vordertaunus
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Bezahlbarer Wohnraum: Nachfrage hoch

Kriftel verfügt über 487 Wohnungen – Nachfrage bleibt hoch

Bezahlbarer und bedarfsgerechter Wohnraum bleibt eine wichtige Aufgabe der Gemeinde Kriftel. In den kommenden öffentlichen Ausschusssitzungen wird Erster Beigeordneter Martin Mohr über die wohnungswirtschaftliche Entwicklung und den aktuellen Stand der Wohnungssuchenden berichten. Der Bericht des Gemeindevorstands zur Wohnungswirtschaft wird damit wieder regelmäßig vorgelegt.

Die Gemeinde Kriftel kann inzwischen auf einen Bestand von insgesamt 487 Wohnungen und Apartments zurückgreifen. Dazu gehören 45 gemeindeeigene Wohnungen, 33 Wohnungen mit gemeindlichen Belegungsrechten, 73 Plätze in Unterkünften sowie 336 Wohnungen der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kriftel (Gewobau). Diese wurde 1970 gegründet und war maßgeblich an der Entwicklung dieses Wohnungsbestandes beteiligt. Damit verfügt Kriftel im Vergleich zu vielen anderen Kommunen über ein beachtliches Angebot an preisgünstigem Wohnraum.

Ein wesentlicher Zuwachs erfolgte Ende 2025: Die Gewobau erwarb ein Apartment-Gebäude in der Paul-Duden-Straße 29 mit 104 Apartments und einer Hausmeisterwohnung. Insgesamt konnten im Jahr 2025 69 Wohnungen neu vergeben werden – sechs durch die Gemeinde und 63 durch die Gewobau.

„Trotz des umfangreichen Bestands reicht das Angebot nicht aus, um die Nachfrage zu decken“, so Martin Mohr. Zum 1. November 2025 waren 116 wohnungssuchende Haushalte bei der Gemeinde registriert. Besonders groß ist der Bedarf an größeren, bezahlbaren Wohnungen für Familien, Alleinerziehende und ältere Menschen. Derzeit stehen keine Wohnungen zur sofortigen Vermietung zur Verfügung. Sieben Wohnungen der Gewobau werden momentan renoviert; für diese Wohnungen konnten teilweise bereits Mietinteressenten gewonnen werden.

Neue Wohnanlage in der Raiffeisenstraße stark nachgefragt

Besonders zur Entlastung des Wohnungsmarktes beigetragen hat die neue Wohnanlage der Gewobau in der Raiffeisenstraße 2a bis 2d mit 48 Wohnungen. Sie bietet sowohl Haushalten mit geringem als auch mit mittlerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum. Sechs Wohnungen sind zudem rollstuhlgerecht ausgestattet. Die Wohnanlage ist vollständig vermietet. Frei werdende Wohnungen werden unmittelbar wieder vergeben, sodass kein Leerstand entsteht.

Auch bei der Gewobau wird die Schaffung weiteren Wohnraums vorbereitet. Das Grundstück Kirchstraße 15a wurde durch die Ausübung des Vorkaufsrechts erworben. Das dortige Bestandsgebäude soll langfristig zurückgebaut und das angrenzende Mehrfamilienhaus in der Kirchstraße 13 erweitert werden. Auf diese Weise könnte zusätzlicher Wohnraum entstehen. Die Gewobau prüft derzeit gemeinsam mit Architekturbüros und der WI-Bank die konkrete Umsetzung und mögliche Fördermittel.

Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse

Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Versorgung älterer Menschen. Das gemeindeeigene Josef-Wittwer-Haus I in der Lindenstraße verfügt über 37 preisgünstige Seniorenwohnungen. Weitere 25 sozial gebundene Wohnungen befinden sich im Josef-Wittwer-Haus II in der Karlsbader Straße. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Katholischen Pfarrgemeinde St. Elisabeth Hofheim-Kriftel-Eppstein. Die Nachfrage nach diesen Wohnungen steigt unter anderem aufgrund des demografischen Wandels. Viele ältere Menschen möchten nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod des Partners von einem großen Haus in eine kleinere, bezahlbare und altersgerechte Wohnung umziehen.

Auch für Menschen mit Behinderungen konnte das Angebot durch die sechs rollstuhlgerechten Wohnungen in der Raiffeisenstraße verbessert werden. Bei der Ausstattung wurden neben den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern auch weitere Einschränkungen berücksichtigt.

Darüber hinaus spielt die Wohnraumversorgung anerkannter Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie von Menschen in besonderen sozialen Situationen eine Rolle. Für die Unterbringung von Obdachlosen hat die Gemeinde Ende 2023 zusätzlich ein Wohnhaus in der Friedrich-Ebert-Straße mit Platz für bis zu zwölf Personen angemietet.

Wohnberechtigungsschein wichtig für geförderte Wohnungen

Da ein großer Teil der Wohnungen öffentlich gefördert ist, ist für die Anmietung in der Regel ein Wohnberechtigungsschein (WBS) erforderlich. Die Gemeinde überprüft regelmäßig die Voraussetzungen und erinnert Bewerberinnen und Bewerber an die Verlängerung ihres WBS. Auch Haushalte mit mittleren Einkommen können inzwischen von gefördertem Wohnraum profitieren. Gerade in diesem Bereich hat die neue Wohnanlage in der Raiffeisenstraße das Angebot deutlich erweitert.

Bei öffentlich geförderten Wohnungen wird außerdem regelmäßig geprüft, ob die Einkommensverhältnisse der Mieterinnen und Mieter noch den Fördervoraussetzungen entsprechen. Haushalte, deren Einkommen inzwischen über den maßgeblichen Grenzen liegt, können unter bestimmten Voraussetzungen zur Fehlbelegungsabgabe herangezogen werden. Die Einnahmen daraus fließen wiederum in den sozialen Wohnungsbau.

„Die Zahlen zeigen, dass Kriftel bereits viel für die Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum tut. Gleichzeitig ist die weiterhin hohe Zahl der Wohnungssuchenden ein klares Signal, dass wir hier nicht nachlassen dürfen“, erklärt Erster Beigeordneter Martin Mohr. Ziel bleibe es, im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten weiteren bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen – um einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt sowie zur Lebensqualität in der Gemeinde zu leisten. Dabei setze die Gemeinde auch auf die Gewobau und darauf, dass Bund und Land entsprechende Fördermittel bereitstellen.