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Aufgaben der Feuerwehr wachsen
Zwischen Brandeinsätzen und Krisenvorsorge: Feuerwehr Kriftel stark gefordert
Im Feuerwehrhaus in der Schulstraße traf sich die Freiwillige Feuerwehr Kriftel am vergangenen Freitag zur Jahreshauptversammlung, um Bilanz für das Jahr 2025 zu ziehen. Mit insgesamt 153 Einsätzen, darunter 31 Brandeinsätze und 57 Hilfeleistungen, stieg die Gesamtzahl der Einsätze weiter an. Allein 1.449 Arbeitsstunden wurden hierfür im Einsatzdienst aufgewendet, zog Gemeindebrandinspektor Rachid Maach im Jahresbericht Bilanz. Die 47 aktiven Mitglieder, darunter drei Frauen, erbringen diese Leistungen mit großem Einsatz, lobte er. In 50 Fällen handelte es sich um Fehlalarme, die dennoch volle Einsatzbereitschaft erforderten. 15mal waren Brandsicherheitsdienste gefragt.
Die Zahlen allein zeigen nur einen Teil des Engagements: 9.500 ehrenamtlich geleistete Stunden kamen insgesamt zusammen, die neben den Einsätzen auch Ausbildungsdienste, Fortbildungen und umfangreiche Wartungsarbeiten an Fahrzeugen und Technik umfassten. „Dabei zeigte sich, wie wichtig Ausbildung und Motivation der Einsatzkräfte, aber auch eine moderne Ausstattung rund um das Feuerwehrhaus ist“, so Maach. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Uwe Zimmermann und Daniel Postel verwies er auf die wachsenden Anforderungen an die Feuerwehr. Neben klassischen Einsatzlagen rücken zunehmend auch Themen wie Krisenvorsorge und Katastrophenschutz in den Fokus.
Ausbildung und Weiterbildung werden daher weiter großgeschrieben: Mit 42 Übungsdiensten und 62 Lehrgängen und Seminaren wurden 2025 die Einsatzkräfte bestmöglich gefördert. Dabei ging es thematisch von der Brandursachenermittlung bis zum Sondertraining mit elektrischen Anlagen bei der Syna.
Teilevakuierung des Seniorenheims
„Wie wichtig eine schnelle und effiziente Arbeit ist, konnten wir am 16. Mai 2025 feststellen“, erinnerte Rachid Maach. Was als Mülltonnenbrand am Seniorenheim begann, habe sich in kurzer Zeit zum größeren Feuer mit Rauch entwickelt, der bis in die Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner drang. „Durch die schnellen Maßnahmen des Löschangriffs und einer Teilevakuierung konnten wir die Sicherheit der Bewohner wieder gewährleisten und größere Schäden vermeiden“, so der Gemeindebrandinspektor im Jahresbericht. Ende Juni sei die Feuerwehr Kriftel zum Brand eines LKW mit Gefahrgut gerufen worden – mit 30 weiteren Einsatzkräften. Doch der Einsatz stellte sich vor Ort als Fake heraus. Belastende Einsätze gibt es immer wieder, wie auch schon im Frühjahr 2026.
Es folgten Berichte der Bereichsleiter für die Alters- und Ehrenabteilung durch Norbert Loreth, der Jugendfeuerwehr durch Henry Herrmann und der Kinderfeuerwehr durch Jana Burg.
Seitz: „Ich ziehe den Hut“
Bürgermeister Christian Seitz, zuständig für den Bereich Feuerwehr, brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Sie alle leisten in jeder Lage hervorragende Arbeit. Dafür gebührt Ihnen unser tiefster Respekt. Mein Dank gilt auch Ihren Familien, die Ihnen den Rücken für dieses Ehrenamt freihalten.“ Er hatte im vergangenen Jahr vermehrt Abteilungen besucht und mehr Einblicke gewonnen bei Einsätzen und Seminaren. „Ich habe ja schon immer den Hut vor Eurem Einsatz gezogen, aber ich bin zunehmend beeindruckt auch von dem großen Sachverstand und der Professionalität, wie ihr verbunden mit großem Engagement in unserer Wehr im Einsatz seid“, betonte er.
Zu all den „normalen“ Feuerwehraufgaben kommen durch die weltpolitische Lage weitere Aufgaben im Verteidigungsfall auf Kommune und Wehr zu, machte er deutlich. „Gleichzeitig trifft das derzeit auf eine finanzielle Lage bei den Städten und Gemeinden, die ich in meinen nun schon 22 Amtsjahren noch nie erlebt habe. Trotzdem müssen wir das irgendwie zusammenbringen: Eine gute persönliche Ausrüstung für Euch Kameradinnen und Kameraden, die vor allem zu Eurer Sicherheit dient, und eine notwendige sonstige Ausrüstung“, so der Bürgermeister. Dafür sei derzeit die Wehrführung in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt dabei, den Bedarfs- und Entwicklungsplan zu aktualisieren. Im Haushaltsplan 2026 sei bereits mehr Geld für die Wehr eingeplant worden.
Ohne Förderverein geht’s nicht
Vor der Sitzung hatte der Förderverein seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Der Förderverein leistet finanzielle Hilfe dort, wo der Gemeindehaushalt an Grenzen stößt – und damit unverzichtbare Unterstützung. Das betonte auch Alexander Feist, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, der kürzlich wiedergewählt worden war. Er machte deutlich, dass die Politik auch weiterhin voll hinter der Krifteler Wehr stehe, auf die man sehr stolz und die unverzichtbar sei. „Wir versprechen weiterhin unsere volle Unterstützung“, sagte er.

