Akrobatik, Ponys und ein Fahrradparcours | Gemeinde Kriftel – Obstgarten des Vordertaunus
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Akrobatik, Ponys und ein Fahrradparcours

Luftnummern, Streicheleinheiten und Barfußpfade

von Alexander van de Loo  Nach dem gelungenen Auftakt am 16. August ging es bei den „Spielen im Park“ am 23. August abwechslungsreich weiter. Bei idealen Temperaturen und weißblauem Himmel konnten Kinder und Familien zahlreiche Angebote ausprobieren. Der Reit- und Fahrverein Kriftel lud zum Ponystreicheln, Ex-Krifteler legten einen Barfußpfad an und die Aerialists Kriftel sorgten mit spektakulärer Luftakrobatik für viel Applaus und atemberaubende Stimmung.

Schon von weitem war auf dem Festplatz ein hoher Kran zu sehen. Wer näher kam, entdeckte daran junge Frauen und Mädchen, die an elastischen Bändern hingen. Mit hautengen Glitzerkostümen angetan, wirbelten sie, ließen sich fallen und schwebten scheinbar schwerelos durch die Luft. Die Aerialists Kriftel zeigten Kunst und Können am Vertikaltuch. Die Luftakrobatik-Gruppe ist aus der Voltigier-Abteilung des Reit- und Fahrvereins Kriftel entstanden. Die Sportlerinnen nutzten ihre turnerischen Vorkenntnisse, um anspruchsvolle Figuren am Vertikaltuch und am Luftring, dem sogenannten Aerial Hoop, zu präsentieren.

Impressionen

Die 30-jährige Johanna Bock zeigte am Vertikaltuch allein und mit der 7-jährigen Penelope Übungen auf höchstem Niveau. Nach dem Geheimnis der insgesamt sieben Ausnahmeathletinnen gefragt, antwortete Anna (16): „Viel Training, Körperspannung und Dehnung.“ Das beeindruckte insgesamt an die 200 Zuschauer.

Rund ums Fahrrad

Ein paar Meter weiter ging es deutlich bodenständiger zu. Polizeioberkommissar Richard Danne, seit August 2023 Schutzmann vor Ort in Kriftel, sprach mit dem Ehepaar Schuhmann aus Unterliederbach über die Bedeutung der Fahrradcodierung. Gerade hochwertige Fahrräder und E-Bikes wie ihre seien begehrte Diebesbeute. Eine Codierung erleichtere es der Polizei, ein gestohlenes Fahrrad seinem Besitzer zuzuordnen und ihn zu benachrichtigen. Grundsätzlich sei aber jedes Fahrrad eine Codierung wert.

Nebenan hatten Polizeihauptkommissarin Mieke Reifenberg und ihre Kollegin Karina Kolb vom Verkehrsdienst des Main-Taunus-Kreises einen Fahrradparcours aufgebaut. Hier konnten die jüngsten Radfahrer Geschicklichkeit und motorische Fähigkeiten trainieren und sogar eine kleine Fahrradprüfung ablegen.

Der vierjährige Finn ließ sich das nicht zweimal sagen und fuhr gekonnt drauf los. Vater Pascal kennt seine Fähigkeiten: „Der war schon mit zweieinhalb auf dem Laufrad.“ Früh anfangen, erklärte Reifenberg, sei wichtig: Kinder müssten Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln, damit sie sicher und mit Spaß Rad fahren könnten. Rad fahren wird in Kriftel bis 13. September besonders belohnt. Da heißt es wieder STADTRADELN.  Da kann sich, wer fleißig in die Pedale tritt, am Ende sogar über einen Preis freuen! Näheres unter www.stadtradeln.de/kriftel

Der Heimat verbunden

Auf dem Boule-Platz organisierte der Ausländerbeirat Boccia. Das erfreute sich bei dem mediterranen Wetter großer Nachfrage. Unter dem Vorsitz von Carmen Jimenez-Gutierrez engagieren sich Mitglieder aus sieben Nationen im Beirat.

Zum ersten Mal war auch der Kleingärtnerverein Sonnenschein aus Eisenach dabei. In dem Verein engagierten sich ehemalige Krifteler, die ihrer früheren Heimat noch immer verbunden sind. Für die Spiele im Park hatten sie einen Barfußpfad aufgebaut. Kinder konnten außerdem Blumentöpfe bemalen und mit Samen bepflanzen. Urgestein Manfred Bornholt hat die Verbindung zu seiner Heimat nie abreißen lassen. Der mehrfach ausgezeichnete Verein aus Thüringen ist vor allem für sein Projekt „Kleingarten trifft Naturschutz“ bekannt. Auf einer ehemaligen Hangwiese ist dabei ein Naturparadies mit Wildblumen und Wildkräutern, Feuchtbiotop, Kräutergarten und Barfußpfad entstanden. Ein Stück dieser Idee brachten die engagierten Kleingärtner nun nach Kriftel. Das kam bei den Besuchern wie Mama Karoline und Tochter Livia gut an. Die freuten sich über ihren mit Blumen und Sonne bemalten Topf, „aus dem bald Blumen sprießen“. 

Spiel und Spaß

Dass die Spiele im Park inzwischen viele Stammgäste haben, war ebenso offensichtlich. Manche sind jeden Sonntag hier. Eine Mutter, die mit ihren Söhnen Jakob und Henry unterwegs war, ist eine von ihnen. Sie selbst sei in Kriftel zur Schule gegangen und wohne inzwischen in Frankfurt. „Kriftel bleibt aber unsere Heimat“, sagte sie. Ihre Söhne hatten richtig Spaß beim reichhaltigen Angebot in der Kita St. Elisabeth. Die sorgte mit Bastel- und Kreativangeboten sowie Spiel- und Rateaktionen für Inspiration. Da mussten in Fühlsäckchen Inhalte geraten, beim Trinken Geschmack erkannt und Enten geangelt werden, wie Kristiane Lacher von der Kita erklärt. Nebenan war eine verlockende Auswahl an Naschereien und Leckereien aufgebaut. Lachers Fazit: gerade für Familien ein rundum gelungenes Fest.

Das trifft den Nerv von Kathrin Bennett, der Leiterin der mobilen beratung Kriftel. Für die gebürtige Engländerin sind die Spiele „eine Herzensangelegenheit“. Für Kinder aber auch als Mehrgenerationenspaß sei der Park ideal. „Das ist, was Kriftel ausmacht: Viele Ehrenamtliche opfern ihre Freizeit, um anderen ihre Freizeit zu verschönern.“ Wiesbadenerin Bennett lobt die Spiele im Park als „ein bisschen heile Welt“.  

Damit diese Welt nach dem fröhlichen Treiben auch wieder sauber übergeben werden konnte, hatte die Junge Union Kriftel am Nachmittag wieder zu einer Müllsammelaktion aufgerufen. Die stieß auf Resonanz. Gerade auch bei Kindern wie Marie. Die zehnjährige war mit Mutter Alexandra und Vater Sven gekommen. Mit einer kleinen Greifzange ausgestattet, sammelte sie Abfall in eine grüne Tüte. Ihre Motivation? „Ich will der Natur helfen und nicht, dass die Hunde den Abfall fressen“, sagt sie und lacht.                                                                          Alle Fotos: Alexander van de Loo