Zeitung auf Schreibtisch - Aktuelles

Immer informiert

DAS passiert in Kriftel

Großbrand im Gewerbezentrum

Großbrand am Krifteler Fachmarktzentrum: Gemeinde dankt rund 160 Einsatzkräften

Einer der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre hat am Dienstag die Gemeinde Kriftel in Atem gehalten. Gegen 8.47 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Kriftel zunächst durch die Auslösung einer Brandmeldeanlage in einem Möbel- und Einrichtungshaus in die Gutenbergstraße alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte war eine massive Rauchentwicklung sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit wurden deshalb alle Feuerwehren aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis und zahlreiche Hilfsorganisationen nachalarmiert.

Rund 160 Einsatzkräfte kämpften gleichzeitig über mehr als 20 Stunden gegen das Feuer in einer Lagerhalle des Fachmarktzentrums. Die Landesstraße 3011 zwischen Kriftel und Hattersheim war über lange Zeit für den Verkehr gesperrt. Erst in den frühen Morgenstunden des Mittwochs konnte der Brand vollständig gelöscht werden. Anschließend blieb eine Brandwache vor Ort, um mögliche Glutnester zu kontrollieren.

Glutnester in Dach und Fassade

Die Löscharbeiten erwiesen sich als äußerst anspruchsvoll. In der Lagerhalle des Einrichtungshauses befanden sich große Mengen leicht brennbarer Materialien. Dichter Rauch, starke Hitze und die schwierige Zugänglichkeit des Brandherdes erschwerten den Einsatz erheblich. Da sich durch die große Hitze Glutnester in der Dachkonstruktion und der Fassade gebildet hatten, mussten Teile der Dachkonstruktion geöffnet sowie Fassadenelemente mit schwerem Gerät entfernt werden. Diese Arbeiten übernahm das Technische Hilfswerk Groß-Gerau und Hofheim. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte unter anderem durch mehrere Drehleitern, ein Löschunterstützungsfahrzeug aus Frankfurt und mehrere Drohnen zur Lageerkundung.

„Es handelte sich um einen äußerst kräftezehrenden Einsatz unter schwierigen Bedingungen. Die massive Rauchentwicklung und die hohe Brandlast haben unsere Einsatzkräfte vor große Herausforderungen gestellt“, sagt Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter Rachid Maach. „Umso mehr freut es mich, dass die Zusammenarbeit aller beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen hervorragend funktioniert hat und niemand verletzt wurde.“ Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Brand niemand verletzt.

Einsatz am Mittwoch, 11 Uhr, beendet

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Kriftel waren alle Feuerwehren aus dem Main-Taunus-Kreis vor Ort und darüber hinaus die Berufsfeuerwehr Frankfurt und die Werksfeuerwehr der Firma Infraserv Höchst mit einem Teleskoplöschfahrzeug im Einsatz. Das Deutsche Rote Kreuz aus Kriftel, Hattersheim und Okriftel/Eddersheim stellte während des gesamten Einsatzes die Versorgung der Einsatzkräfte sicher. Auch die Polizei und das Ordnungsamt der Gemeinde Kriftel war mit zahlreichen Kräften vor Ort.

Die Feuerwehr Sulzbach hielt von den frühen Morgenstunden bis um 11 Uhr am heutigen Mittwochmorgen Brandwache vor Ort. Bei der dann stattfindenden Lagebesprechung mit der Polizei und den diensthabenden Kreisbrandmeistern wurde der Einsatz für beendet erklärt und an die Kollegen der Polizei und den Eigentümer „übergeben“. Die Einkaufsmärkte bleiben zunächst bis auf weiteres geschlossen. Die Ermittlungen zur Brandursache sowie zur Höhe des entstandenen Sachschadens dauern an und werden von den zuständigen Behörden geführt.

Hautnah dabei

Bürgermeister Christian Seitz, der sich derzeit im Urlaub befindet, und der Erste Beigeordnete Martin Mohr, der als aktiver Feuerwehrmann selbst an den Löscharbeiten beteiligt war, sprechen allen Beteiligten ihren ausdrücklichen Dank aus: „Ein Einsatz dieser Größenordnung ist nur möglich, weil viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und über Stunden hinweg unter schwierigsten Bedingungen alles zu geben. Dafür danke ich allen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern, den Kräften des Deutschen Roten Kreuzes, der Polizei und allen weiteren Helferinnen und Helfern von Herzen. Dieses außergewöhnliche Engagement verdient größte Anerkennung“, erklärt Bürgermeister Christian Seitz.

Martin Mohr ergänzt: „Ich habe den Einsatz selbst miterlebt und konnte hautnah erleben, mit welcher Professionalität, Ausdauer und Kameradschaft alle Beteiligten gearbeitet haben. Auf unsere Freiwillige Feuerwehr und die Unterstützung aus den Nachbarkommunen können wir uns jederzeit verlassen. Mein Dank gilt ebenso den Anwohnerinnen und Anwohnern sowie den betroffenen Betrieben für ihr Verständnis während der umfangreichen Sperrungen und der langen Einsatzdauer.“ Der Einsatz mache erneut deutlich, welchen hohen Stellenwert eine leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr und die enge Zusammenarbeit der Feuerwehren im Main-Taunus-Kreis für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger habe.