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DAS passiert in Kriftel

Erinnerungsstätte für Sternenkinder

„Sterne kann man nicht festhalten, aber immer lieben“

Zwischen hohen Bäumen, auf einer freien Rasenfläche inmitten des Krifteler Friedhofs, ist ein Ort entstanden, der künftig Trost spenden und Erinnerungen bewahren soll: die neue Gedenkstätte für Sternenkinder. Sofort ins Auge fällt in ihrer Mitte ein besonderer Sandstein. Seine natürliche Mehrfarbigkeit, die durch den Schliff hervorgehoben wurde, wird durch einen kunstvoll eingearbeiteten Glasregenbogen aufgegriffen. Mehrere filigrane Schmetterlinge aus Glas schmücken das Denkmal und verleihen ihm Leichtigkeit und Hoffnung zugleich. Die Inschrift „Sterne kann man nicht festhalten, aber immer lieben“ bringt die Botschaft des Ortes auf berührende Weise zum Ausdruck.

„Mit der Einrichtung dieses Grabfeldes für Sternenkinder bietet die Gemeinde Kriftel betroffenen Familien künftig einen würdevollen Platz für Trauer, Erinnerung und Abschied“, betont Bürgermeister Christian Seitz. Die Initiative geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück. Unterstützung erhielt der Vorschlag von allen Fraktionen. Ziel war es, einen geschützten Ort zu schaffen, an dem Eltern, Geschwister und Angehörige eines verstorbenen ungeborenen Kindes ihrer Trauer Raum geben können. Im September 2025 hatte die Gemeindevertretung einstimmig für die Umsetzung des Projekts gestimmt. Die Bauarbeiten begannen Anfang Mai 2026 und konnten inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden.

Stein wurde von Steinmetz gestiftet

Als Standort wurde das ruhig gelegene, von Bäumen umgebene Feld 8 auf dem Friedhof ausgewählt. Der außergewöhnliche Gedenkstein wurde vom Lorsbacher Steinmetzbetrieb Grabmale Finger gestiftet. Dafür bedankten sich Bürgermeister Seitz und der Erste Beigeordnete Martin Mohr jetzt noch einmal herzlich bei Stifterin Heike Finger bei einer Besichtigung des neuen Grabfeldes mit allen Beteiligten. Ihr Dank galt auch der Firma Pfeffer, die das Fundament angelegt und ihre Arbeitsleistung gespendet haben.

In der Friedhofsordnung wird das neue Grabfeld als besondere Grabart geführt. Vorgesehen ist, dass Sternenkinder dort anonym in einer Urne beigesetzt werden können. Eltern haben die Möglichkeit, gegen eine zusätzliche Gebühr einen Glasschmetterling als individuelles Erinnerungszeichen am Gedenkstein anbringen zu lassen. „Denkbar ist auch, dass bemalte Erinnerungssteine am Fuß des Gedenksteins abgelegt werden“, sagt Martin Mohr. Die Ruhefrist für die Urnen beträgt 20 Jahre. Die Pflege der gesamten Anlage übernimmt die Gemeinde.

Mit der neuen Gedenkstätte trägt die Gemeinde der besonderen Situation von Familien Rechnung, die ein Kind bereits während der Schwangerschaft verlieren. „Die Bestattung sogenannter Sternenkinder gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung, da sie Eltern einen bewussten Abschied ermöglicht und ihnen einen festen Ort der Erinnerung schenkt“, betont Bürgermeister Seitz. Bisher gibt es nur in wenigen Kommunen des Kreises eine solche Gedenkstätte. In Kriftel setzt man damit ein sichtbares Zeichen für Mitgefühl, Erinnerung und den respektvollen Umgang mit einem oft stillen Verlust.

Foto (v. li.): Der Erste Beigeordnete Martin Mohr, Ulla Russ von der Firma Pfeffer, Bürgermeister Christian Seitz, Heike Finger vom Steinmetzbetrieb Grabmale Finger in Lorsbach und Marta Knittel von der Krifteler Friedhofsverwaltung neben dem neuen Gedenkstein für Sternenkinder.