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DAS passiert in Kriftel

Schwer lesbare Handschriften

Krementz entzifferte schwer lesbare Schriften aus dem Hauptstaatsarchiv

Wilfried Krementz ist schon seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlicher Gemeindearchivar. Jedes Jahr legt er dem Gemeindevorstand einen Bericht über seine Tätigkeit vor, dieser wird den Ausschüssen zur Kenntnis gegeben. „Wilfried Krementz nimmt ehrenamtlich und in vorbildlicher Weise die mit der Aufarbeitung und Dokumentation der Historie von Kriftel verbundene Arbeit mit großem persönlichen zeitlichen Aufwand wahr und hat mit seiner intensiven Betreuung die Bedeutung der Heimatkundlichen Sammlung in der ehemaligen Remise der Hofreite Schulstraße 2 weiter gesteigert“, betonte Bürgermeister Christian Seitz in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Er bedankte sich ausdrücklich bei dem Gemeindearchivar, der „mit außerordentlichem Engagement im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger eintritt“.

Krementz‘ Jahresbericht 2018 mache erneut deutlich, wie produktiv und wertvoll sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde gestalte, so Seitz: „Der Gemeindearchivar setzt sich für Publikationen über Kriftel in Presseberichten und im Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises, er berät die Gemeinde sowie interessierte Krifteler Bürgerinnen und Bürger zu historischen Themen und Fragen, nimmt für Kriftel bedeutende Exponate in den Bestand der heimatgeschichtlichen Sammlung auf und kümmert sich um die Außendarstellung des Museums.“ Neben der Betreuung des Museums bestückt er zusammen mit seiner Frau regelmäßig die Vitrine im Rat- und Bürgerhaus mit verschiedenen Exponaten.

Führungen aufs Kirchendach

„Das Jahr 2018 war geprägt durch das 150-jährige Jubiläum der katholischen Kirche“, schreibt Krementz in seinem Jahresbericht. Deshalb habe er bereits im MTK-Jahrbuch 2018 einen Beitrag über die Entstehung der Kirche veröffentlicht. Für Jahrbuch 2019 hat er nun den Beitrag „Als Kriftel evangelisch war – Einführung der Reformation und Rekatholisierung“ erstellt. „Es war ein schwieriges Thema durch zum Teil schwer lesbare Schriften aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden und dem Staatsarchiv in Würzburg“, so Krementz im Jahresbericht.

Im Frühjahr und im Herbst hielt er einen Vortrag über die Erbauung der heutigen Kirche und die zuvor etwa 1000 Jahre lang existierende Vorgängerkirche. Für eine Ausstellung im katholischen Gemeindehaus stellte er zahlreiche Fotos aus dem Museumsbestand leihweise zur Verfügung, verfasste einen Beitrag für den Gemeindebrief der Pfarrei Hofheim/Kriftel und führte zwei kulturhistorische Führungen in der Kirche durch. Themen waren hier nicht nur die wertvollen Kirchenfiguren und die Buntglasfenster: sie führten vom Keller bis zu den Glocken. „Von der Brüstung zwischen den Kirchtürmen hat man einen herrlichen Blick in die Ferne, was die Besucher beeindruckte“, schreibt der Gemeindearchivar, der sich besonders darüber freute, dass an einer der Führungen Professor Friedhelm Jürgensmeier teilnahm. „Eine Kapazität der Mainzer Kirchengeschichte“, betont Krementz.

Am 18. Mai wurde die Sonderausstellung „Kriftel 1933-1947“ im Heimatmuseum eröffnet. „Ein großer Erfolg“, so Bürgermeister Seitz in der Gemeindevertretung. „Die Ausstellung war ursprünglich nur für die Dauer von sechs Wochen geplant, konnte aber aufgrund der Nachfrage nach Führungen noch bis in den Herbst verlängert werden.“

In der Kerbewoche veranstaltete Kriftels französische Partnerstadt Airaines eine Ausstellung über das Ende des Ersten Weltkriegs. Krementz suchte auf die Bitte der dortigen Verwaltung Feldpostkarten und Briefe Krifteler Soldaten von der Somme-Front heraus. „Bei Durchsicht von rund 350 Feldpostkarten fand ich etwa 20 Ansichtskarten und zwei Briefe, die dem Wunsch entsprachen“, schreibt Krementz in seinem Bericht.

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