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Geteiltes Leid

Lydia Rauh: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, das gilt immer noch“

„Die mobile Beratung Kriftel hat die Aufgabe, direkt oder indirekt vom Sucht- und Drogenproblem betroffene Menschen zu beraten und zu betreuen sowie präventive Projekte und die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde zu unterstützen“, so ist auf der Webseite des Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe in Frankfurt am Main zu lesen, der Träger der Einrichtung ist. Lydia Rauh, Leiterin der mobilen beratung Kriftel, stellt jedoch fest, dass ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit, nämlich die Beratung, unter den Kriftelern immer wieder bekannt gemacht werden muss. „Das merke ich daran, dass weniger Menschen die Beratung in Anspruch nehmen, obwohl die Welt nicht besser geworden ist.“

Lydia Rauh möchte Hemmschwellen abbauen: „Denn zur Beratungsstelle kann jeder kommen, der sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet: ob tatsächlich eine Sucht oder ein riskanter Konsum von Drogen wie Alkohol oder Cannabis vorliegt, ob die Eltern nicht mehr mit ihren Kindern zurechtkommen, oder umgekehrt, die Trennung eines Elternpaares bevorsteht und die Kinder darunter leiden – es kann kommen, wer selbst belastet ist oder auch, wer sich um Angehörige oder Freunde Sorgen macht“, betont die Diplom-Soziologin.

Natürlich Schweigepflicht!

Aber was kann sie tun? „Ich höre erst einmal zu. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich zeige Perspektiven auf, suche mit dem Hilfesuchenden gemeinsam nach individuellen Lösungen und/oder vermittele an andere Beratungsstellen, wie beispielsweise die Trennungs- oder Erziehungsberatung“, sagt Lydia Rauh, die über ein großes Netzwerk und viele persönliche Kontakte verfügt. Sie verstehe sich als „Erstaufnahmestelle“. Sie möchte den Menschen, die zu ihr kommen, zeigen, dass sie dem Problem nicht ausgeliefert sind! „Man kann immer etwas tun“, ist sie überzeugt. Und wichtig sei dabei: Sie ist an die Schweigepflicht gebunden, nichts von dem, was in ihrem Büro gesprochen wird, dringt nach außen. Außerdem ist das Beratungsangebot kostenfrei.

Die Leiterin der mobilen Beratung begleitet oft Menschen über längere Zeiträume, steht als Zuhörerin, Ratgeberin, Begleiterin oder Lotse durch Ämter und Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen zur Verfügung. „Die Hilfelandschaft im Main-Taunus-Kreis ist vielfältig. Das wissen viele gar nicht – trotz moderner Informationswege. Und wenn, dann ist da immer die Unsicherheit: Bin ich da richtig? Kann ich da einfach hin?“, weiß sie. Wer erzählt seine Leidensgeschichte schon gerne an mehreren Stellen.

Sie erinnert sich zum Beispiel an eine alleinerziehende Mutter, der sie helfen konnte, den Alltag mit Job und Kindern zu entzerren. „Es gibt gewisse Hilfeleistungen und auch finanzielle Unterstützungen, auf die man ein Recht hat“, weiß Lydia Rauh. Ein Recht auf Unterhalt zum Beispiel oder Zuschüsse für Nachhilfe und Musikschule. „Hier konnte ich Sorgen mindern, informieren, bei Anträgen helfen und so die Situation entspannen.“

Infos/Kontakt: mobile beratung, Lydia Rauh, Lindenstraße 57, 65830 Kriftel, Telefon 06192/910187.

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