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DAS passiert in Kriftel

Gegen den Pflegenotstand

Pflegehelferinnen mit Berufserfahrung wurden zur Ausbildung ermutigt

Der Ausbildungsmarkt gleicht aus Sicht der Schulabgänger einem Schlaraffenland. Wer heute eine Lehrstelle sucht, findet eine große Auswahl an Angeboten. Es gibt viele offenen Stellen, vor allem im Handwerk und in Sozial-Berufen suchen Unternehmen Auszubildende. Mehr als 25.000 Pflegefachkräfte und 10.000 Hilfskräfte fehlen in der Alten- und Krankenpflege in Deutschland. Doch wie gelingt es Pflegeeinrichtungen, Fachkräfte für sich zu gewinnen und möglichst für Jahre in ihren Pflegeteams zu halten? Das Seniorenpflegeheim „Kursana Domizil Kriftel“ hat ein erfolgreiches Rezept: Kompetente Pflegehelferinnen, die Berufserfahrung haben, werden dabei unterstützt, eine Ausbildung zu absolvieren. Im Haus St. Sebastian werden die Beschäftigten während der Lehrzeit und auf ihrem Weg, sich weiter zu qualifizieren, individuell gefördert.

„Wir motivieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und geben ihnen Impulse“, betont Jutta Vortkamp, Direktorin des Kursana Domizils am Freizeitpark. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Initiative nicht immer von den Beschäftigten selbst kommt. „Doch wenn wir erkennen, dass in unserem Team beispielsweise eine Pflegehelferin Freude am Beruf hat und motiviert ist, sprechen wir mit ihr über die Möglichkeiten einer Ausbildung zur Fachkraft.“

Nach Jahren wieder auf die Schulbank

Bei Monika Dörhöfer war das so. „Ich wäre in meinem Alter eigentlich nicht auf die Idee gekommen, noch mal eine Ausbildung zu machen“, sagt die 55-Jährige, die ihre Prüfung zur Pflegefachkraft vor kurzem erfolgreich absolviert hat. „Den Unterricht zu besuchen, das war fremd für mich, ich habe ja viele Jahre keine Schulbank mehr gedrückt“, sagt die Kursana-Mitarbeiterin. Heute ist sie dankbar für die Unterstützung und den Motivationsschub, den sie von Direktorin Jutta Vortkamp und Susanne Peschke, Leiterin des Sozialen Dienstes im Haus St. Sebastian, erhalten hat. Positiv überrascht war Monika Dörhöfer auch von ihrer Berufsschulklasse, zu der viele Auszubildende mit Berufserfahrung und aus ganz unterschiedlichen Altersstufen gehörten. „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das eine so bunt gemischte Gruppe ist.“

Sadija Becirbasic arbeitet seit knapp vier Jahren im Kursana Domizil Kriftel. Die 46-Jährige, Mutter von vier Kindern, war zuvor rund 18 Jahre lang als Helferin im Pflegeberuf beschäftigt und hat sich in der Senioren-Einrichtung in Kriftel stark engagiert. Auch mit ihr hat die Direktorin über mögliche berufliche Qualifikationen gesprochen und sie ermutigt, den Schritt in die Ausbildung zu wagen. In den Gesprächen wurde auch erläutert, welche finanziellen Förderungsmöglichkeiten beispielsweise die Agentur für Arbeit etwa im sogenannten Wegebau-Programm speziell für ältere Auszubildende anbietet. Die bessere Bezahlung während der Lehrzeit erleichtert manchen die Entscheidung. „Auch wenn es für mich anfangs schwierig war, im Unterricht acht Stunden ruhig zu sitzen und zu lernen, bin ich froh, dass ich das alles geschafft habe“, sagt Sadija Becirbasic.

Fundament für eine nachhaltige Beschäftigung

Ihre Kollegin Milica Milosevic hat den Abschluss als Pflegefachkraft bereits seit Jahren in der Tasche, doch die 33-jährige Frau aus Kroatien musste ihre Ausbildung in Deutschland erst anerkennen lassen, eine kleinere Prüfung bestehen, ein Visum beantragen und einen Sprachkurs absolvieren. Bei diesen Aufgaben hat ihr das Kursana-Team unter die Arme gegriffen, um das Fundament für eine nachhaltige Beschäftigung in der Senioren-Einrichtung zu legen.

Die Zeit war für Milica Milosevic nicht einfach, denn sie vermisste ihren kleinen Sohn, ihren Ehemann und die Familie in der Heimat. Doch die Zuversicht, ihrer kleinen Familie aufgrund des Arbeitsplatzes im Kursana Domizil eine gesicherte Zukunft geben zu können, motivierten sie.

Auch bei einem anderen Problem fand das Kursana Domizil eine Lösung und schaffte es mit Hilfe von Angehörigen einer Bewohnerin, für die junge Frau aus Kroatien in Kriftel eine Wohnung zu finden. „Wir sind immer offen für weitere Bewerbungen von außen, doch die Erfahrung zeigt, dass auch Pflegeassistentinnen in unserem Haus – egal in welchem Alter – die Herausforderung Ausbildung mit Erfolg meistern können. Da kann ich nur allen Mut machen“, sagt Direktorin Jutta Vortkamp.

Foto: Das gute Betriebsklima im Kursana Domizil Kriftel und die Freude an der Arbeit mit Senioren tragen dazu bei, dass sich Milica Milosevic (von links), Monika Dörhöfer und Sadija Becirbasic im Pflegeberuf wohlfühlen.

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