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DAS passiert in Kriftel

Den Toten gedenken

Volkstrauertag – ein Denkanstoß für die Zukunft

Welchen Grund hat es eigentlich, dass an einem Tag im Jahr ein ganzes Volk trauert? Um wen oder was wird denn eigentlich getrauert? Der Volkstrauertag, in Deutschland erstmals 1925 begangen, hat schon einige Veränderungen erfahren. Anfänglich wurde an diesem Tag der gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs gedacht. Mit den Nationalsozialisten wurde das Pathos eines „Heldengedenktags“ darüber gegossen. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde 1952 daraus ein „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege“. Opfer und Tote, keine Gewinner, keine Helden mehr. Das passte und passt nach all den leidvollen Erfahrungen einfach besser.

Lange Tradition

Auch in Kriftel ist es seit vielen Jahren Tradition, daran würdig zu erinnern. Am 18. November, dem vorletzten Sonntag vor dem ersten Advent, wurde auch dieses Jahr mit ausgewählten Gedichten, Liedern und feierlichen Ansprachen dem besonderen Anlass gebührender Respekt erwiesen. Sie regten die zahlreich erschienene Zuhörerschaft - darunter Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr, der DRK-Ortsvereinigung, der DLRG sowie mehrerer Vereine mit ihren Fahnenträgern - zum Nachdenken über die Schrecken des Krieges und die grundlegende Bedeutung des Friedens an.

Für den Frieden

Ein Frieden, der nicht selbstverständlich sei, wie Bürgermeister Christian Seitz in seiner berührenden Rede mit wohlgesetzten Worten betonte: „Wir müssen für den Friedens- und Einigungsprozess in Europa kämpfen und dafür eintreten.“ Er freue sich in diesem Zusammenhang über die Freundschaft zwischen Kriftel und der nordfranzösischen Stadt Airaines und darüber, dass eine Delegation aus Airaines die Feierstunde gemeinsam mit den Krifteler Bürgern begehe. Auch die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Pilawa Gorna sei geschlossen worden, um diesen Friedensprozess zu festigen und unumkehrbar zu machen.

Die Toten ehren

Die anwesenden Mitglieder aus der Partnerstadt Airaines waren sichtlich bewegt und trugen ihrerseits ein französisches Gedicht vor, in dem von unnützen Toten des Krieges und der Kraft der Liebe die Rede war. Kraftvoll waren auch die Gesänge des Gesangvereins und die Musikbeiträge der Kapelle Stüben.

Nach der Totenehrung von Bodo Knopf, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, die auch die Opfer des Terrorismus mit einschloss, trat eine nachdenkliche Stille unter den Menschen ein. Es war das Gefühl eines besonderen Tages, zu dem auch die passend ausgewählten Gedichte von Goethe und George Ghannam, einem in Deutschland lebenden palästinensischen Dichter, beitrugen. Zwei Schülerinnen der Weingartenschule, Isabella Schmidt und Berivan Nayir aus der G10a begleitet von  ihrer Klassenlehrerin Jana Such, trugen jeweils eines feierlich vor.

Für Demokratie und Europa einsetzen

Insgesamt eine würdige Inszenierung, die die Stimmung des Tages und die Gefühlswelt der Zuhörerschaft treffend widerspiegelte. „Der Volkstrauertag mahnt uns, indem die Schrecken der Vergangenheit in unserer Erinnerung wach gehalten werden, über die Generationen hinweg. Aus der Erinnerung an das Leid der Kriege und aus dem Gedenken an die Opfer erwächst der Auftrag, sich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen“,  so Christian Seitz.

Wahre Worte, die auch als Mahnung vor dem heutigen Zeitgeist und den aktuellen weltweiten Entwicklungen verstanden wurden. Denn es seien zunächst Kleinigkeiten, Einzelfälle, eine sprachliche Verrohung, die die Demokratie bedrohten. Und dies dürfe man nicht  verharmlosen: „Wir sind alle dazu aufgerufen diese Anzeichen zu erkennen und uns zu erinnern, dass jede große Entwicklung und auch jede Katastrophe einmal klein anfängt.

Das darf uns nicht egal sein und wir müssen uns dagegen stellen, wir müssen uns für die Demokratie und auch für Europa stark machen und einsetzen.“ So deutlich setzte Bürgermeister Seitz den Schlusspunkt seiner Ansprache.

Nach diesem leidenschaftlichen Appell  ist so mancher der Anwesenden von dem Denkmal auf dem Friedhof mit einem Denkanstoß nach Hause gegangen. Alexander van de Loo

Jirasek sprach DRK-Ortsvereinigung Dank aus Erneut waren fast 20 Mitglieder der Ortsvereinigung Kriftel des DRK - und insbesondere Mitglieder der Bereitschaft - am Volkstrauertag zum Totengedenken auf den Friedhof gekommen. Sie bildeten neben der Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr eine beeindruckende, optische Einheit. Beide arbeiten oft eng zusammen: Bei Einsätzen der Wehr rückt das DRK mit aus, wenn Personenschaden zu erwarten ist. Auch zu ihren jeweiligen Weihnachtsfeiern besuchen sich Wehr und DRK. Erster Beigeordneter Franz Jirasek, zugleich Erster Vorsitzender der DRK-Ortsvereinigung, lud die Mitglieder des DRK nach der Gedenkfeier wie auch schon in den Jahren zuvor zum Mittagessen ein und dankte ihnen dabei für ihre Beteiligung. Diese habe den Besuchern die Stärke der Bereitschaft und ihren Einsatzwillen vermittelt. Auch die französische Delegation aus der Partnerstadt nahm an der Gedenkfeier teil und nahm die Einladung Jiraseks zum gemeinsamen Mittagessen an. Das DRK in Kriftel gehört zu den dauerhaft Aktiven um diese Partnerschaft seit Beginn. Am gemeinsamen Mittagessen nahm auch Bürgermeister Christian Seitz teil.

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