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Betriebe suchen Mitarbeiter

Hellmich: „Kleine und mittelständische Betriebe in Kriftel suchen dringend Mitarbeiter“

Betriebswirtin Gisela Martin und Diplompsychologe Dr. Fritz Dinges, Leiter des Projektes „Burning on“, einem Integrationscoaching zum Wiedereinstieg in den Beruf des Jobcenters MTK, hatten jetzt zum zweiten Mal zu einem Runden Tisch nach Kriftel eingeladen: „Unser Ziel ist es, eine Diskussionsrunde –  vielleicht sogar für Jahre – auf die Beine zu stellen, in der ein zwangloser offener Austausch zwischen Langzeitarbeitslosen, Unternehmen und Politik steht“, betont Gisela Martin. Außerdem sollen Vorurteile gegenüber Langzeitarbeitslosen abgebaut werden, die oft im Leben schon viel erlebt haben: Krankheit, Konkurs des ehemaligen Arbeitgebers oder Pflege eines Angehörigen.

Schon die Auftaktveranstaltung 2018 zum Thema „Langzeitarbeitslosigkeit – Fluch oder Chance?“ im evangelischen Gemeindezentrum in Kriftel war ein Erfolg. Jetzt diskutierten die Projektmanager mit Unternehmern, Politikern und die Langzeitarbeitslosen unter dem Motto "Die Macht der Gefühle im Arbeitsprozess". „Uns war wichtig, dass sich die Arbeitssuchenden und die eingeladenen Arbeitgeber auf Augenhöhe begegnen und so ein offener Dialog zustande kommt“, so Martin. Mit dabei waren Björn Hellmich, Inhaber der Fahrschule "Fahrpraxis" und neuer Vorsitzender der Vereinigung Krifteler Selbstständiger (VKS), sowie Angelika Wenders und Manuela Schmitt von der Frankfurter Zeitarbeitsfirma "Magenheimer GmbH".

Hellmich: „Sie wollen, wir brauchen!“

Hellmich machte klar: „Viele kleine und mittelständische Betriebe in Kriftel suchen dringend Leute. Weil sie keine geeigneten Mitarbeiter finden, fahren sie teilweise bereits die Produktion zurück.“ Er wandte sich direkt an die Langzeitarbeitslosen mit einem Appell: „Ich glaube, es gab noch nie so gute Chancen für Arbeitnehmer wie zurzeit. Trauen Sie sich doch, sich zu bewerben. Sie wollen und wir brauchen“, sprach er die Teilnehmer direkt an. Integration in den Betrieb und ein gutes Betriebsklima sei ihm wichtiger als die Berufserfahrung. Hellmich fände es toll, wenn sich aus den Gesprächsrunden „mehr“ entwickelt: „Optimal wäre es, wenn wir noch mehr kommunizieren, wenn wir uns beim Stammtisch der VKS zusammensetzen und Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, Interessenten unkompliziert treffen können, um einfach zu sehen, ob die Chemie stimmt.“

"Wichtig ist, dass die neuen Mitarbeiter wirklich wollen", ergänzte Schmitt. Wer Initiative zeige, der habe automatisch bessere Chancen. „Für jeden, der wirklich einen Job möchte, für den ist heute etwas zu finden“, machte sie Mut und fragte direkt in die Runde: „Wollen Sie einen Job? Dann sagen Sie es doch bitte hier und jetzt.“ Mit dem Resultat, dass sich zwei Teilnehmer sofort darauf eingelassen haben, mit sieben weiteren besteht sehr intensiver Kontakt. "Das erste Vorstellungsgespräch wurde bereits für nächsten Montag festgelegt", freute sich Gisela Martin nach der Veranstaltung in Kriftel. Inzwischen waren drei Teilnehmer beim Vorstellungsgespräch.

Vorstellungsgespräche nach dem runden Tisch

Die Teilnehmer des "Burning On"-Kurses zeigten zu Beginn der Veranstaltung mit einem selbstgeschriebenen Sketch, wie kreativ sie sind. Auch Teamgeist und Selbstvertrauen waren gut erkennbar. Martin: „In unseren Kursen wird das Vertrauen untereinander, aber vor allem auch das Vertrauen in sich selbst gestärkt." Das führte beim "Burning On"-Programm für eine Vermittlungsrate von weit über 60 Prozent im Jahr 2018.

Im Kurs wird vermittelt, dass eine Änderung dann geschieht, wenn man einen Sinn darin sieht oder auch, wenn es weh tut. „Wenn wir uns die Situation eines Langzeitarbeitslosen betrachten, so bewirken negative Ergebnisse, dass der Betreffende immer weniger an sich selbst glaubt, an seine Fähigkeiten. Hier in dem Kurs wird an frühere Zeiten angeknüpft, an was der Einzelne mal geglaubt hat, auf was er stolz war“, so Dr. Fritz Dinges über das Angebot des Jobcenters. Daraus werden wieder Ziele entwickelt, die realistisch, erstrebenswert und zeitlich fixiert sein sollten. Dinges: „Die Kunst besteht darin, einen fest umrissenen Plan zu entwickeln, wie ein Ziel erreicht werden kann. Entscheidend hierbei sind die kleinen Schritte. Jeder Schritt nach oben auf einer fiktiven Treppe stellt einen kleinen Erfolg dar, die Summe der einzelnen Tritte bringt uns zum Ziel.“

Foto: Einer der Teilnehmer, Fariborz Mahmoudi Jafarlou, hat während der Veranstaltung Skizzen von circa 15 Anwesenden angefertigt und damit seine Fähigkeiten gezeigt, die er auch gerne in der Werbebranche anwenden würde.

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