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DAS passiert in Kriftel

Gegen Ausdehnung des Umspannwerks

Gemeinde gegen Ausdehnung der Umspannanlage

Der Rhein-Main-Link soll ab 2033 bis zu acht Gigawatt Windstrom aus dem Norden Deutschlands in die Metropolregion Rhein-Main transportieren. Das Umspannwerk im Krifteler Läusgrund ist als Netzverknüpfungspunkt für das Projekt vorgesehen. Auch Ultranet verbindet den Norden mit dem Süden Deutschlands und dient der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Beide Projekte sind im Netzentwicklungsplan (NEP) als wichtige Bausteine für den Ausbau des Übertragungsnetzes verankert.

Mittels des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 soll die langfristige Planung des Stromnetzausbaus in Deutschland transparent und partizipativ gestaltet werden. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Klimaziele bis 2045 zu erreichen. Der Erste Beigeordnete Martin Mohr informierte in der vergangenen Ausschussrunde über den Inhalt der Stellungnahme der Gemeinde Kriftel: „Falls bauliche Erweiterungen der Umspannanlage notwendig werden, sollte aus Sicht der Gemeinde Kriftel die Stadt Frankfurt als direkter Nachbar und großer Profiteur des Netzausbaus Flächen hierfür zur Verfügung stellen. Wir fordern, dass bauliche Anpassungen und Erweiterungen der Umspannanlage ausschließlich innerhalb des bestehenden Anlagengeländes erfolgen. Eine weitere Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen auf Krifteler Gemarkung ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel.“

Die Gemeinde erwarte eine „verbindliche Zusicherung“, dass keine zusätzlichen Flächen außerhalb des Bestandsareals beansprucht werden. Kriftel habe seit den 1960er Jahren maßgeblich mit der Planung und dem Bau des Umspannwerks im Läusgrund zum Aufbau und zur Sicherung der Strominfrastruktur in der Rhein-Main-Region beigetragen. „Diese historische und aktuelle Leistung darf nicht dazu führen, dass unsere Gemeinde dauerhaft und einseitig mit zusätzlichen Flächenverlusten und Belastungen konfrontiert wird“, so Martin Mohr. „Eine weitere Konzentration von Infrastrukturmaßnahmen auf dem Gebiet der Gemeinde Kriftel ist nicht hinnehmbar.“

Die Gemeinde erkenne die energiewirtschaftliche Bedeutung der Projekte Rhein-Main-Link und Ultranet zwar ausdrücklich an, gleichwohl dürfe die Umsetzung dieser Vorhaben nicht einseitig zulasten einzelner Kommunen erfolgen.

Mohr weist in diesem Zusammenhang auf eine Infoveranstaltung der Firma Amprion zum Rhein-Main-Link hin: Diese findet am 5. März, 10 bis 12 Uhr, im Bürgerhaus Marxheim statt. Die Firma Amprion hat den gesetzlichen Auftrag diese rund 600 Kilometer lange Stromtrasse zu planen, zu bauen und schließlich in Betrieb zu nehmen.