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Geschichte Kriftels
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Die ältesten Grabungsfunde in Kriftel stammen aus der bandkeramischen Zeit. Auch aus späteren Epochen - wie der Latene-, Römer-, Frankenzeit und dem frühen Mittelalter - fanden sich Gräber, Brandgräber und Bodenfunde, die zeigen, dass Kriftel bereits lange vor seiner schriftlichen Ersterwähnung besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahr 790 anlässlich einer Schenkung an das Kloster Fulda.

In der Urkunde wird eine Frau namens Ymmina genannt, die ihre Güter in „Cruftera“ dem Kloster Fulda vermachte.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden große Teile Kriftels verwüstet. Gerade wieder aufgebaut, wurden am 6. März 1671 bei einem großen Brand fast alle Häuser zerstört. Doch es ging auch wieder aufwärts: 1877 hielt erstmals ein Zug der Main-Lahn-Bahn am neu errichteten Bahnhof des Dorfes. Die Anbindung an die Eisenbahn führte in den folgenden Jahren zu einem stetigen Bevölkerungswachstum.

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Kriftel um 1928

Bis Anfang der 1970er Jahre wuchs die Bevölkerungszahl des Ortes auf  über 8.000 Einwohner. Gleichzeitig wehrte sich die expandierende Gemeinde erfolgreich gegen die Eingemeindung durch die Nachbarstadt Hofheim im Zuge der hessischen Gebietsreform. Seitdem haben mehr als 1200 Jahre lebendiger, wechselvoller Ortsgeschichte das Bild der Gemeinde am Rande des Taunus geprägt.

Der Lauf der Zeit...
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72 /73 n.Chr.

Errichtung eines römischen Steinkastels an der Stelle, wo sich heute das Kreishaus in Hofheim befindet. An der Krifteler Gemarkungsgrenze befand sich das römisch-germanische Lagerdorf. Bereits 1841 entdeckt, wurden dort seither immer wieder Grabungen vorgenommen und zahlreiche Funde gemacht.

260

Die Römer verlassen unser Gebiet nach mehreren Kriegen gegen Alemannen und Franken.

754

Die Leiche des Hl. Bonifatius wird in einem Trauerzug von Mainz nach Fulda gebracht. In Kriftel wurde damals eine Nachtruhe eingelegt. Zur Erinnerung errichteten die Krifteler immer wieder Bonifatius-Kapellen (erstmals 1277 nachweisbar). Ein Basaltkreuz am Lindenplatz – genannt das Bonifatiuskreuz – soll jenes sein, welches die Übernachtungsstelle vor Errichtung der ersten Kapelle gekennzeichnet hätte.

780 - 802

Erste urkundliche Erwähnung Kriftels anläßlich einer Schenkung an das Kloster Fulda in der Amtszeit des Abtes Baugulf.

1277

Werner von Falkenstein stiftet einen Vergleich zwischen den Dorfbewohnern und dem Kloster Retters.

1389

Die Pfarrei Kriftel wird dem Mainzer Stift Mariengreden (Liebfrauen) übergeben.

1400

Kriftel gerät unter den Einfluß der Kurfürsten von Mainz.

1483

Das Amt Hofheim, wozu auch Kriftel zählt, wird gegen 20.000 Gulden an Eppstein-Königstein und in Erbfolge an die Grafen von Stolberg verpfändet.

1540

Die Reformation wird eingeführt.

1559

Das Kurfürstentum Mainz löst die Pfandschaft wieder ein und führt die Einwohner zum katholischen Glauben zurück.

1618 - 1648

Der 30jährige Krieg tobt. Eine Zeit schlimmer Verwüstungen und Zerstörungen, die insbesondere im Jahre 1635 ihre Spuren in unserer Gemeinde hinterlassen hat. In diesem Jahr wird der 73 Jahre alte Krifteler Pfarrer Johann Wagner von den Schweden aufgehängt.

1649

Nach dem 30jährigen Krieg werden in Kriftel nur noch 13 Haushalte gezählt.

1671

In der Scheune des Schultheißen Johann Ohaus bricht am 6. März Feuer aus und zerstört in wenigen Stunden den ganzen Ort. Nur das Pfarrhaus, drei
weitere Häuser und Teile der Kirche überstehen den Brand.

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1713

Kriftel erhält ein eigenes Gericht (niedere Gerichtsbarkeit) und ein Siegel.

1792

Französische Revolutionssoldaten besetzen die Gegend zwischen Mainz und Frankfurt. Am 11. November wird in Kriftel ein Freiheitsbaum errichtet.

1803

Die geistlichen Besitztümer werden aufgelöst und weltlichen Fürsten zugesprochen. Auch das Erzbistum Mainz ereilt dieses Schicksal, und für Kriftel geht eine lange Geschichtsepoche zu Ende. Die rechtsrheinischen ehemals Kurmainzer Gebiete werden dem Herzogtum Nassau einverleibt.

1865 - 1868

Nach Abriss der alten Kirche (Grundstein von 1008) wird auf dem gleichen Platz die heutige katholische Kirche errichtet.

1866

Das Herzogtum Nassau fällt an Preußen.

1877

Nach Fertigstellung der Bahnstrecke von Höchst nach Idstein hält erstmals am 15. Oktober ein Zug am Bahnhof in Kriftel.

1914 - 1918

Im 1. Weltkrieg hat Kriftel 59 Gefallene zu beklagen.

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1918 - 1930

Französische Besatzungszeit.

1939 - 1945

145 Krifteler sterben im 2. Weltkrieg.

1953

Einweihung der evangelischen Kirche.

1961

Fertigstellung des Rat- und Bürgerhauses.

1973

Eröffnung der Schwarzbachhallen.

1974

Kriftel wehrt sich erfolgreich gegen die drohende Eingemeindung nach Hofheim.

1981

Kriftel und das französische Araines werden Partnerstädte. Am 30. Mai unterzeichnen Bürgermeister Hans-Werner Börs und sein französischer Amtskollege Jean Vérité in Kriftel die Urkunde.

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Plakat der Kampagne gegen die Eingemeindung Kriftels

1989

Kriftel zählt 10.000 Einwohner.

1990

Die Gemeinde feiert ihr 1200-jähriges Bestehen.

2004

Eröffnung der Bonifatius-Route. In Kriftel werden vier Informationstafeln an Plätzen aufgestellt, die mit Bonifatius in Verbindung gebracht werden.

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