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DAS passiert in Kriftel

Verschwisterung unterschrieben

Historischer Moment: Partnerschaft mit Pilawa Gorna besiegelt

Die Gemeinde Kriftel und ihre Bürgerschaft sind nun um eine Städtepartnerschaft reicher: Bürgermeister Christian Seitz und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Bodo Knopf, haben am Wochenende in der neuen Partnerstadt Pilawa Gorna/Polen die Partnerschaftsvereinbarung unterschrieben. Rahmen war eine feierliche, öffentliche Veranstaltung, auch mit geladenen Gästen, im Kulturzentrum der Partnerstadt.

Damit stehen ab sofort für gegenseitige Besuche und den Austausch von Bürgern, Vereinen und Verwaltung alle Türen in Pilawa Gorna und Kriftel offen. Wie aus dem Männerchor des Gesangvereins „Liederkranz“ Kriftel bereits zu hören ist, wird der Chor in Pilawa Gorna vermutlich 2019 erstmals auftreten. Schon jetzt, nach Unterzeichnung der Vereinbarung, hat Chorleiter Wagner mit einem Solo am Flügel in der Partnerstadt aufgespielt.

Airaines ist auch im Partnerschaftsverbund

Die neue Partnerschaft schließt die ältere Partnerschaft von Kriftel und Airaines/Frankreich mit ein. Für Airaines haben Bürgermeister Albert Noblesse und sein Stellvertreter, Erster Stadtrat Francois Rouillard, die Partnerschaftsurkunde ebenfalls unterzeichnet. Damit bilden Kriftel, Airaines und Pilawa Gorna jetzt eine gemeinsame Partnerschaft.

Bürgermeisterin Zuzanna Bielawska aus Pilawa Gorna hatte sich mit Bürgermeister Christian Seitz, Bodo Knopf und Mitgliedern des Partnerschaftsvereins seit 2013 für das Zustandekommen dieser Partnerschaft „mit Herzblut“ eingesetzt. Die Chronik der Partnerschaftsvorbereitung weist mehrere Treffen hier wie dort auf. Es haben auch bereits zwei trilaterale Jugendbegegnungen über mehrere Tage in Polen und Kriftel im Rahmen der Krifteler Ferienspiele 2016 und 2017 stattgefunden. Die Gemeindevertretung Kriftel hatte in ihrer Sitzung im März 2017 den Weg für die neue Partnerschaft frei gemacht. An dieser Sitzung nahm auch Airaines Bürgermeister Noblesse teil und hielt eine Rede zugunsten der Partnerschaftserweiterung und der Europäischen Einigung.

Über 200 Teilnehmer in Pilawa Gorna

Die Krifteler Delegation zur Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung hielt sich jetzt drei Tage in Polen auf. Sie bestand parteiübergreifend aus 19 Personen. Ähnlich groß war die Delegation aus Airaines.

Der feierlichen Vereinbarungsunterzeichnung ging ein Willkommensempfang seitens der Polen für die Delegationen aus Kriftel und Airaines am Abend zuvor voraus. Das Rathaus in Pilwa Gorna hatte die Feierstunde publizistisch wirkungsvoll vorbereitet. So kam es, dass über 200 Personen die Unterzeichnung und das sich anschließende, attraktive Kulturprogramm verfolgten. Danach lud die Bürgermeisterin die Delegationsspitzen ein zum Gang ans Alte Rathaus. Dort war eine Gedenktafel über den aktuellen Anlass angebracht. Sie wurde nun symbolisch enthüllt. Danach fuhren die Delegationen in einen nahen Stadtpark und pflanzten dort symbolisch einen Partnerschaftsbaum, einen Ahorn, ein - in der Hoffnung auf Wachstum und Erhalt der Partnerschaft über Jahrzehnte.

Präsentation und Geschichte

Eingangs der Vereinbarungsunterzeichnung stellten die Polen ihre Stadt in einem ansprechenden und informativen Film vor. Die Stadt liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Auf der Gemarkung Ober Peilau wurde 1742 die Herrnhuter „Kolonie Gnadenfrei“ gegründet. 1928 entstand die politische „Gemeinde Gnadenfrei“. Sie fiel als Folge des Zweiten Weltkriegs an Polen. Deutsche flohen oder wurden vertrieben. Es erfolgte dann eine Zwangsumsiedlung teilweise aus Ostpolen.

Danach zeigten die Gastgeber die Entwicklung zur neuen Partnerschaft in einer Foto-Show ab 2013 auf. In ihr wurden die gegenseitigen, vielseitigen Besuche dargestellt, die auch häufig die Jugend miteinbezogen. Dieser Gemeinschaftsgeist durchzog auch später das Kulturprogramm nach der Unterzeichnung: Im lebendigen Chorgesang, auch aus dem volkstümlichen Liedgut der drei Länder, bis hin zu den Nationalhymnen, wurde deutlich, wie stark die neue Partnerschaft durch jugendliche Frische und ihren Gemeinschaftssinn hin zum Neuen wachsen könnte.

Bürgermeisterin  Bielawska begann die offizielle Eröffnung hin zur Vereinbarungsunterzeichnung mit einer Rede um Rück- und Ausblick und die Erwartung an den gegenseitigen Erfolg dieser Vereinbarung für die drei beteiligten Bürgerschaften. Das Ganze sei auch Teil des gemeinsamen, europäischen Gedankens und eine Initiative aus den Bürgerschaften heraus, betonte sie. Die Ausdehnung in den Osten wird von der Europäischen Union (EU) gefördert.

Seitz: Freiwillig und gleichberechtigt

Bürgermeister Seitz sprach ebenfalls die kurze Historie des Zustandekommens dieser neuen Partnerschaft an, die ein Gemeinschaftswerk aus drei Ländern und drei Kommunen sei, die sich darin freiwillig und gleichberechtigt wiederfänden. Damit werde auch der europäische Geist verbreitet, der in der EU Ost und West, Süd und Nord ausmache. Die neue Vereinbarung zwischen den drei Kommunen sei auch als Antrieb zu verstehen, diesem Europa weiteren und neuen Schwung zu verleihen.

Auch Bürgermeister Noblesse sprach kurz die Vergangenheit an und wandte sich dann der Zukunft zu, die mit dieser neuen Vereinbarung auf Partnerschaft auch eine neue Dimension im Rahmen der europäischen Partnerschaften ausmache. Der Osten Europas gewähre viel Raum für neue Partnerschaften zwischen West und Ost. Man werde dabei nicht nur viel voneinander lernen, sondern auch miteinander gewinnen.

 

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