Zeitung auf Schreibtisch - Aktuelles

Immer informiert

DAS passiert in Kriftel

Schleuning geht

Reinhard Schleuning - Ein ganz besonderer Lehrer nimmt Abschied

Die Weingartenschule (WGS) muss in diesen Tagen von einem liebgewonnenen Kollegen Abschied nehmen: Reinhard Schleuning, der die Schule als Lehrer für Sport und Arbeitslehre über mehr als vier Jahrzehnte begleitet hat, geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Auf der Abschiedsfeier, die mit dem ganzen Kollegium begangen wurde, überreichte ihm Schulleiterin Silvia Schmidt die Urkunde zu seinem 40-jährigen Dienstjubiläum, die zugleich seinen Eintritt in den Ruhestand markiert. Der Abschied fällt allen schwer, denn Reinhard Schleuning sei – so Silvia Schmidt in ihrer Abschiedsrede – in  mehrfacher Hinsicht etwas „ganz Besonderes“ und das „letzte Urgestein dieser Schule“. 

Schon im Schuljahr 1976/77 bekam Schleuning, damals 24 Jahre alt, nach Studium und abgeschlossenem Examen von dem damaligen Schulleiter Horst Specht einen Lehrauftrag an der neu gegründeten Weingartenschule, die sich damals „Haupt- und Realschule Kriftel“ nannte. Zum 1. September 1977 begann er sein Referendariat, und zwar als Fachlehrer in den musisch-technischen Fächern Sport und Werken. Das war schon damals etwas Besonderes. Heute gibt es diese Lehrbefähigung in dieser Form gar nicht mehr.

Auch nach Beendung des Referendariats im Jahr 1980 blieb Schleuning der Schule erhalten, bekam dort eine Festanstellung und war fortan von der WGS nicht mehr wegzudenken. Für ganze Generationen von Krifteler Kindern sei der junggebliebene leidenschaftliche Lehrer ein Begriff und ein „großer Sympathieträger“, betonte die Schulleiterin wehmütig in ihrer Rede.

Ein Traum für jeden Schulleiter

Auch in seiner Funktion als Schulsportleiter sei Schleuning etwas Besonderes – denn, so ergänzt Silvia Schmidt mit einem Augenzwinkern: „Ich, die Unsportlichste aller Unsportlichen, konnte mich jederzeit auf sein enormes Know-How verlassen und brauchte mich um nichts zu kümmern.“ Vieles sei schon erledigt gewesen, bevor sie überhaupt danach fragen oder darum bitten musste. „Kein Problem, ich kümmere mich darum“, sei Schleunings Antwort stets gewesen - egal, worum es ging. „Ein Traum für jeden Schulleiter!“

An dem Fach Arbeitslehre, das man früher „Werken“ nannte, gefiel Schleuning, dass man mit den Händen arbeitet und nicht nur mit dem Kopf. Aber seine ganz große Leidenschaft gilt dem Sport. Das Volleyballspiel hat Reinhard Schleuning während des Studiums für sich entdeckt. Und obwohl er Spaß an jeder Sportart hat, sollte diese Sportart sein Schwerpunkt werden – beruflich wie auch privat.

1968 wurde die Volleyball-Abteilung der TuS Kriftel gegründet, seit 1972 hat Schleuning dort viele Sportler und Sportlerinnen trainiert. Und das, obwohl er in seiner Statur nicht dem Prototyp eines Volleyballers entspricht, der ja in der Regel groß gewachsen ist. Da musste Schleuning mit einer Größe von 1,74 Metern und eher schmalem Körperbau von Jugend an hart trainieren, um immer besser zu werden. Und darin sieht er auch den Reiz im Sporttreiben: sich auszupowern und an seine Grenzen zu gehen.

Führte Volleyball-Verein zu fantastischer Karriere

Als Schulsportleiter hat Schleunig Maßstäbe gesetzt und als Mitglied des Vorstandes der Volleyball-Abteilung die Krifteler Sportler zu einer fantastischen Karriere geführt: von der untersten Spielklasse bis in die 2.Bundesliga. Heute sind die Krifteler Volleyballer in Deutschland führend im Jugendbereich und sie können den Gewinn mehrerer deutscher Meisterschaften vorweisen.

„Allen Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern und der gesamten Schulgemeinde der Weingartenschule wird Reinhard Schleunings wertvolle und immer bescheidene Persönlichkeit sehr fehlen, seine ruhige und besonnene Art als Lehrer und vor allem auch als Mensch, auf den man immer zählen, auf den man sich immer verlassen und an den man sich immer wenden konnte“, so die Schulleiterin.

Aufhebens um seine Person will dieser hervorragende Pädagoge nicht und braucht er nicht. Seine Entscheidungen trifft er aus dem Bauch heraus und immer geht es ihm dabei um die Sache, den Schüler, den Menschen. Und so kennen und schätzen ihn ganze Generationen von jungen und alten Kriftelern.

Seine Lehrtätigkeit an der WGS habe er als „sehr spannende Zeit“ empfunden, so Schleuning. Über die Jahre habe sich viel verändert, viele neue Unterrichtsmethoden seien entwickelt worden und hätten dabei doch im Grunde viel Gutes, Altes und Bewährtes erhalten und bewahrt. Denn Schule sei immer in Bewegung.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.