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Magelones Schmerz

Musikforum Kriftel: Die Zuhörer fühlten Magelones Schmerz und Glück

Am Sonntagnachmittag wurde es im Rat- und Bürgerhaus Kriftel romantisch: „Die schöne Magelone“ nach einem Märchen von Ludwig Tieck, vertont von Johannes Brahms, ließ die Zuhörer und Zuschauer teilhaben am Schmerz und Glück eines Liebespaares aus dem Spätmittelalter. Das längst vergessene Märchen wurde durch den Komponisten für „die Ewigkeit“ herübergerettet aus der Zeit der edlen Ritter, der tugendhaften Jungfräulein und dem Leben in und bei Hofe.

Die wundersame, schöne Geschichte handelt von Edelmut, jugendlichem Sehnen und Bangen, Erfüllung, Trennung und endgültiger Vereinigung. Schließlich siegt die Liebe über alle Schicksalsschläge.

Der damaligen Zeit gemäß waren die Akteure im Foyer des Rat- und Bürgerhauses mittelalterlich gekleidet. Von der hervorragenden, sehr einfühlsamen Pianistin Friederike Wiesner perfekt begleitet wurden von Selina Post (Sopran) und Carsten Vollmert (Bariton) insgesamt fünfzehn Arien beziehungsweise Duette vorgetragen. Zum Verständnis der Handlung wurde eine Erzählerin vor, zwischen und nach den Gesangsstücken eingefügt, die durch die verbindenden Worte jedem im Saal den Fortgang der Geschichte plausibel machte. Man merkte, dass Vorleserin Andrea Post wie auch die beiden Sänger eine Gesangsschülerin von Dietmar Vollmert ist, dem Vorsitzenden des Krifteler Musikforums mit Gesangsschule in der Obstbaugemeinde. Denn die Stimmbildung scheint einen Einfluss auf gute Artikulation zu haben - so vorzüglich war ihr Vortrag.

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Selina Post war in ihrer Anmut und Jugend geradezu geschaffen für die Rolle der schönen Magelone. Mit sicherer Stimmführung, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ließ sie die Zuschauer teilhaben an ihrem Schmerz und Glück. Carsten Vollmert überzeugte wieder einmal durch seine Stimmkultur, wechselnd zwischen Piano und Forte, von sehnsuchtsvollem Bangen bis hin zu kämpferischen Passagen – eine rundum  gute sängerische Leistung, gepaart mit seiner szenischen Präsenz.

Wieder einmal zeigte sich, dass die Musik, selbst bei großer Hitze im Saal, ihren Stellenwert  nicht verloren hat. Bürgermeister Christian Seitz, der im Rathaus vorbei schaute, dankte Dietmar Vollmert, der durch seinen unermüdlichen Einsatz Aufführungen solcher Qualität erst möglich macht. CV

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