Zeitung auf Schreibtisch - Aktuelles

Immer informiert

DAS passiert in Kriftel

Kultur pur

„Denk ich an Deutschland in der Nacht,…“

„…wer hat das 2 : 1 gemacht?“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Christian Seitz das Publikum am vergangenen Sonntag im Rat- und Bürgerhaus. Ich denke, die meisten von uns wissen, was oder wen der Bürgermeister damit gemeint hat. Aber die etwa 70 Menschen sind natürlich nicht des Fußballs wegen zur fünften musikalisch-literarischen Rezitation gekommen.

Gedichte und Kurzgeschichten von Heinrich Heine und Heinrich von Kleist lockten die Zuschauer ins Foyer des Bürgerhauses. Die erste Hälfte des Programms war Heinrich Heine und Auszügen aus „Deutschland, ein Wintermärchen“ gewidmet, dass von Wilhelm Meyer, der den Krifteler Bürgern aus anderen Lesungen bestens bekannt ist, auswendig vorgetragen wurde. Den Beginn der Veranstaltung aber machte Friederike Wiesner am Flügel mit dem „Türkischen Marsch“ Ludwig van Beethovens. Von der Empore herab rezitierte Meyer nun den Prolog aus dem „Wintermärchen“. Durch kurze szenische Überleitungen mit seinem Sketch-Partner Christian Seitz wurden aktuelle Krifteler und auch überregionale Bezüge ins Programm eingebaut; von Eintracht Frankfurt und Europa war unter anderem die Rede.

Von großer Bedeutung ist natürlich auch die musikalische Bearbeitung vieler seiner Werke. Robert Schuman, Franz Schubert oder Felix Mendelssohn zum Beispiel sind drei Komponisten, die sich seiner Werke angenommen haben. So begleiteten Ellen Geisel (Sopran) und Alexander Rinke (Bariton) im Wechsel die literarische Reise Meyers von „Paris nach Hamburg“ mit ausgesuchten Stücken der zuvor genannten Komponisten, die mit Sinn und Verstand von Dietmar Vollmert, dem Vorsitzenden des Musikforums Kriftel, an die richtigen Stellen platziert wurden.

Perle deutscher Literatur

Nach einer kurzen Pause führte Meyer die Zuschauer in die literarische Welt Heinrich von Kleists. Beginnend mit einigen erklärenden Worten zu dessen Werdegang, rezitierte er das Textfragment „Robert Guiskard, Herzog der Nordmänner“. Auch im zweiten Teil des Programms wechselten sich Ellen Geisel und Alexander Rinke gesanglich ab, um die Texte musikalisch zu untermauern.

Ein besonderes Highlight hatte sich Wilhelm Meyer für den Schluss der Veranstaltung aufgehoben. Heinrich Kleists „Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege“, eine Perle deutscher Literatur. Die Zuhörer lauschten gebannt, es war mucksmäuschenstill im Rat- und Bürgerhaus. Was mit einem Epilog begann, sollte nun mit einem Prolog von Kleist zu Ende gehen.

Wilhelm Meyer bedankte sich beim Publikum, Bürgermeister Seitz sprach er in Form einer persönlichen Laudatio ganz besonderen Dank aus. In einer Abkündigung dankte auch der Bürgermeister allen Mitwirkenden, dem Publikum und im Besonderen natürlich Willy Meyer, dem langanhaltender Applaus beschieden war. Dietmar Vollmert hatte sich für den Abschluss der Veranstaltung noch etwas Besonderes ausgedacht: Das Publikum und alle Beteiligten intonierten gemeinsam das Lied von der Loreley von Friedrich Silcher: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Raten Sie mal, von wem der Text stammt. Klaus Gallenbacher

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.