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DAS passiert in Kriftel

Krifteler Mädsche wurde 95

Elfriede Pfeil feierte ihren 95sten Geburtstag

Am Freitag letzter Woche feierte ein „Ur-Krifteler Mädsche“ ihren 95. Geburtstag: Elfriede Pfeil. Ihr Alter sieht man ihr nicht an. Sogar manche Ärzte sind verblüfft, wenn sie das Geburtsdatum der rüstigen Kriftelerin lesen. Ihr Geheimnis: Die Familie hält sie jung! Enkelin Simone Kurz-Pedersen wohnt seit etlichen Jahren mit ihrer Familie im selben Haus. Auch Elfriedes Töchter Inge und Ursula, ihre Schwiegersöhne und weitere Enkel wohnen ganz in der Nähe. Somit ist fast immer „Leben in der Bude“. Elfriede Pfeil fühlt sich nach wie vor „gebraucht“ und steht noch jeden Tag am Herd und kocht für einen Teil der Familie.

Gefeiert wurde das besondere Wiegenfest gleich zweifach: Zum einen am eigentlichen Geburtstag zu Hause. Dort nahm Elfriede Pfeil von morgens bis abends zahlreiche Gratulanten in Empfang. Vor allem die herzlichen Glückwünsche der Gemeinde Kriftel durch Bürgermeister Christian Seitz, der zugleich auch im Namen des Kreises und des Landes Hessen gratulierte, freuten sie sehr. Zum anderen wurde sonntags mit der Familie und engen Freunden im Restaurant der Schwarzbachhallen ausgiebig auf den Geburtstag angestoßen. Dabei wurde deutlich: Auch im hohen Alter kann man noch ordentlich einen drauf machen.

Markenzeichen Kittelschürze

In der Haushaltsfachschule in Freiburg wurde in jungen Jahren der Grundstein für ihre Kochkunst guter Hausmannskost gelegt. Ihr Markenzeichen ist und bleibt die Kittelschürze. An der Eisenbahnbrücke, wo sich früher die Jugend aus Hattersheim und Kriftel traf, hatte Elfriede kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges den aus Hattersheim stammenden Laboranten Josef Pfeil kennengelernt, der kurz darauf an die Front musste. Durch Briefe während dem Krieg wurde aus der anfänglichen Zuneigung Liebe und so heirateten sie an Weihnachten 1945, nur acht Monate nach Josefs Heimkehr. Elfriede war damals süße 21 Jahre jung.

Das Ehepaar bekam zwei Töchter. Familie, Haushalt und das eigene Rollladengeschäft hielten Elfriede Pfeil schon immer auf Trab. Und das ist bis heute so. Das Geschäft gibt es zwar schon lange nicht mehr, aber nun sind es drei Enkel und bald sechs Urenkel, die stets für Abwechslung sorgen.

Ihr Interesse gilt nach wie vor dem Geschehen in und um Kriftel. Familiengeschichten alt eingesessener Krifteler, von denen es ja leider nicht mehr so viele gibt, kann sie bis ins 19. Jahrhundert herleiten. Ihr Gedächtnis ist dahingehend ein wandelndes Lexikon, das jeden beeindruckt.

Schicksalsschläge

Elfriede Pfeil kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken, in dem ihr leider auch Schicksalsschläge nicht erspart blieben. Ein einschneidendes Erlebnis war der Tod ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester, die nach einer Fehldiagnose an Scharlach starb. Elfriede war damals zehn Jahre alt. Es war für sie ein traumatisches Erlebnis.

Schlimm für sie war es auch, als sie 1997, viel zu früh, ihren Mann Josef verlor. Das war keine leichte Zeit. Sie ist daher umso dankbarer, dass ihre nahen Angehörigen nicht weit weg wohnen und alle ein gutes Verhältnis zu- und miteinander haben.

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