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Kilian wird Gemeindebrandinspektor

Oberbrandmeister Patrick Kilian wird neuer Gemeindebrandinspektor

Eine Serie wichtiger Wahlen stand auf der Tagesordnung bei der Jahreshauptversammlung der Wehr in ihrem Schulungsraum. Gemeindebrandinspektor (GBI) Thomas Rieger (51) stellte sich für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Wahl. So kam es zu einem umfassenden Wechsel in wichtigen Leitungsfunktionen.

Zum neuen Gemeindebrandinspektor wurde Patrick Kilian gewählt, sein Erster Stellvertreter ist Peter Schubert. Zweiter Stellvertreter ist Andreas Windl. Sie folgen Andreas Möller und Simon Stadi nach, die ebenfalls nicht mehr zur Wahl antraten. Tobias Horwatitsch folgt Marcus Burg in der Aufgabe des Jugendfeuerwehrwarts. Sven Mukrasch, der bisher die Stellung des Kinderfeuerwehrwarts kommissarisch wahrnahm, wurde jetzt offiziell für diese Aufgabe gewählt. Beisitzer der Einsatzabteilung wurden Markus Ziegler und Tim Christoph; Michael Martinez ist es noch bis 2022. Beisitzer der Alters- und Ehrenabteilung bleibt Peter Schilling.

Da auf Antrag geheim gewählt wurde, war die Versammlung erst nach knapp drei Stunden offiziell beendet. Der offizielle Übergang der neugewählten Führungspersonen in ihre Ämter wird in einer Feierstunde vollzogen. Gemeinde und Wehr stimmen den Termin noch ab. Bis dahin bleibt aufgrund der noch laufenden Wahlperiode über fünf Jahre „alles beim alten“.

Jirasek: Beeindruckender Einsatz 2017

Erster Beigeordneter Franz Jirasek, zuständig auch für die Wehr, wandte sich erneut in einem Grußwort an die Kameraden und äußerte sich beeindruckt über die Leistung der Einsatzabteilung, die im vergangenen Jahr über 100 Alarmierungen bewältige. Was bedeutet, dass sie im Jahr durchschnittlich zweimal in der Woche zu 35 Bränden und 42 Hilfeleistungen ausgerückt ist. Auch Fehlalarme kommen vor, ausgelöst oft durch die Empfindlichkeit der Warnmelder.

Jirasek betonte, nur als kompetente Wehr könne sie den Bürgern nützlich sein. Diese Kompetenz setze aber mehr als Aus- und Weiterbildung voraus: Ein gewisser Anteil Selbstlosigkeit jedes ehrenamtlich engagierten Feuerwehrkameraden zugunsten des Allgemeinwohls mache die möglichst rasche Hilfe aus. Diese Eigenschaft pflege die Krifteler Wehr seit über 100 Jahren. „Worauf wir als Gemeinde stolz sind“, betonte der Erste Beigeordnete.

Er wies darauf hin, dass Veränderungen und steigende Ansprüche rund ums Ehrenamt zu Erschwerungen führen. Es bleibe nicht mehr allein bei Einsatz und Übung: Lehrgänge, Schulungen und Seminare kommen hinzu, Pflege und Erhalt von Fahrzeugen, Technik und Anlage. Das dürfe nicht zur Überforderung der Wehrkameraden führen, denn sie haben erstrangig ihren Beruf auszuführen. Und mancher Einsatz, besonders im Unfallbereich Verkehr, müsse auch psychisch erst einmal verkraftet werden.

Gemeinde und Feuerwehrverein fördern die Wehr

Die Gemeinde tue alles, die Leistungsfähigkeit ihrer Wehr zu erhalten und zu fördern, so Jirasek. Sie unterstütze sie in der Anschaffung moderner Ausstattung und Fahrzeuge. Er dankte diesbezüglich auch dem Feuerwehrverein, dessen finanzieller Einsatz für die Wehr zahlreiche Gerätschaften und Fahrzeuge mit ermögliche.

Die Krifteler Wehr ist im Kreis ein gefragter Partner. Ein Beispiel war dafür die Großübung an der Beruflichen Konrad-Adenauer-Schule im Herbst 2017. Polizei und Rettungskräfte, darunter auch die Wehr aus Kriftel, nahmen an „MANV 50“ teil: Simuliert wurde ein „Massenanfall an Verletzten“ durch einen Amokslauf.

Jirasek machte auch auf die hauptamtlichen Wahlbeamten im MTK aufmerksam: In einer Bürgermeister-Dienstversammlung Anfang des Jahres war die Feuerwehr Thema. Interkommunale Zusammenarbeit, Übertragung überörtlicher Aufgaben an die Wehren waren unter anderem die Sachthemen. Sie werden jetzt in Arbeitsgruppen, auch mit Stadt-  und Gemeindebrandinspektoren, bearbeitet.

Regierungspräsidentin bei der Wehr-Jubiläumsehrung

Des Weiteren erinnerte Jirasek in seinem Grußwort auch an den „Tag der offenen Tür“ im vergangenen Herbst: Bei der Krifteler Wehr  und ihrem Feuerwehrverein präsentierten sich neben ihnen DLRG und DRK in der Gemeinde. Eine Besonderheit des Tags war der Besuch der Regierungspräsidentin (Darmstadt) Brigitte Lindscheidt: Sie überreichte der Wehr zum 2012 gefeierten 100-jährigen Bestehen die Ehrenplakette des Landes Hessen.

Die Wehr verband dieses Ereignis mit weiteren internen Ehrungen und der Übergabe eines neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) seitens des Fördervereins.

Jirasek ging auch auf erschreckende Auswüchse des gegenwärtigen Zeitgeists ein. „Man erfährt durch die Medien von Beleidigungen bis hin zu Angriffen auf Wehr und DRK in Einsätzen vor Ort“, so Jirasek. Der Staat habe rasch und richtig entschieden, dazu einen selbständigen Strafbestand ins Strafgesetzbuch einzubringen. Der gilt auch für das Blockieren einer Rettungsgasse. Er führte dazu den „Kampagnenfilm“ über „Respekt? Ja, Bitte“ der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft an. Er werde sicher dazu beitragen, wieder Respekt für die Hilfsdienste vor Ort zu entwickeln.

Haushalt 2018: 150.000 für die Wehr

Der ausgeglichene Haushalt 2018, sogar mit einem leichten Überschuss, wird helfen, die Rahmenbedingungen für die Wehr zu halten. „Die Leistungsfähigkeit der Wehr hat dabei oberste Priorität“, betonte Jirasek. Die Gemeinde stelle 2018 rund 125.000 Euro für Sach-  und Dienstleistungen der Wehr in den Haushalt. Weitere 25.000 Euro werden für Investitionen der Wehr in Atemschutz und Bekleidung eingebracht.

Jirasek dankte der Wehr für ihre Aktivitäten in den Abteilungen Kinder-  und Jugendfeuerwehr. Ebenso der Alters-und Ehrenabteilung, deren guter Rat gefragt sei. Er sprach dem Förderverein seinen Dank aus, der so weit möglich, die Wehr mit Anschaffungen unterstütze.

Und weil Wehr vielfach „Familie und Partnerschaft“ betreffe, dankte Jirasek diesen für ihre Unterstützung der Aktiven. „Die Aktiven haben 2017 wieder großes ehrenamtliches Engagement und ihre selbstlose Einsatzbereitschaft gezeigt“, hob er hervor. Darüber hinaus begrüßte Jirasek den Kreisbrandinspektor Kai Beuthien bei der Jahreshauptversammlung. An ihr nahmen auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Bodo Knopf, und Ehren-Bürgermeister Paul Dünte teil.

Beliebterund erwarteter Tagesordnungspunkt jeder Jahreshauptversammlung sind die „Ehrungen und Beförderungen“. Befördert wurden Larissa Gumpp zur Oberfeuerwehrfrau,  Fabian Leifkes und Rainer Romacker zum Hauptfeuerwehrmann. Steven Trock ist jetzt Löschmeister, Patrick Kilian wurde Oberbrandmeister. Kevin Larisch ist in die Einsatzabteilung aufgenommen worden und wird darin zum Feuerwehrmann ausgebildet.

Eine Anerkennungsprämie für jeweils zehnjährige aktive Zugehörigkeit in der Einsatzabteilung der Wehr erhielten: Marcus Burg, Sebastian Hasenbach, Tobias Horwatitsch, Peter Schubert und Sacha Waas. Bürgermeister Seitz und Erster Beigeordneter Jirasek überreichten ihnen wie den Beförderten jeweils ein Geschenk der Gemeinde.

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