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Integration gelingt

Asyl- und Integrationsbericht 2018 zeigt: In Kriftel wird viel für eine gute Integration getan

Bürgermeister Christian Seitz legte jetzt in den Ausschüssen einen umfangreichen „Asyl- und Integrationsbericht 2018“ vor, der die aktuelle Situation in den beiden Flüchtlingsunterkünften in Kriftel sowie die weitreichenden Bemühungen für eine gute Integration der Flüchtlinge sowie der Menschen mit Migrationshintergrund in das gesellschaftliche Leben in Kriftel darlegen soll.

Die Gemeinde Kriftel bemüht sich seit Jahren durch verschiedene Angebote und Initiativen, Menschen mit Migrationshintergrund dabei zu helfen, sich in das gesellschaftliche Leben in Kriftel zu integrieren“, so Seitz. „An diesen Bemühungen hat der Ausländerbeirat einen sehr großen Anteil, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur Vorschläge für Integrationsmaßnahmen zu machen, sondern auch aktiv ehrenamtlich viele Aufgaben zu übernehmen“, heißt es im Bericht.

Sehr früh schon wurde daher in Kriftel damit begonnen, vielfältige Sprachkurse zu organisieren oder zum Beispiel Schüler der Weingartenschule mit Migrationshintergrund für besondere Leistungen zu ehren. Auch die Lernstube, die Schülern mit Migrationshintergrund hilft, die Themen in der Schule zu verstehen und zu lernen, ist seit über 40 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit in Kriftel. So engagieren sich auch derzeit etwa 100 Krifteler ehrenamtlich, um Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund die Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern. Seitz: „Dies ist bislang auch sehr gut gelungen in Kriftel.“

107 Flüchtlinge wohnen in den Gemeinschaftsunterkünften

Die Gemeinde Kriftel hat wie andere Kommunen im Main-Taunus-Kreis Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aufgenommen. Zu Beginn der Flüchtlingswelle hat der Main- Taunus-Kreis auf dem gemeindeeigenen Grundstück in der Richard-Wagner-Straße eine Flüchtlingsunterkunft für insgesamt 40 Personen errichtet. Im Herbst 2014 zogen hier die ersten Flüchtlinge ein. Seit dem Erstbezug haben sich einige Veränderungen ergeben. Insbesondere haben einige Flüchtlinge aufgrund der Aussichtslosigkeit ihres Asylantrages die Gemeinschaftsunterkunft verlassen und sind in ihr Heimatland zurückgekehrt. Derzeit sind dort 37 Personen (19 Männer, 5 Frauen und 13 Kinder) aus folgenden Nationen untergebracht: Afghanistan (12), Pakistan (10), Somalia (7), Eritrea (4), Syrien (3) und Äthiopien (1).

Im Januar 2016 sollten in Kriftel insgesamt 120 Flüchtlinge aufgenommen werden. Die effektivste und schnellste Lösung eine Unterbringung zu schaffen, konnte durch die Errichtung von Mobilheimen auf dem gemeindeeigenen Grundstück in der Hofheimer Straße 56a realisiert werden. Dort wurden 30 Mobilheime sowie ein Gemeinschaftsraum (bestehend aus drei Containern), ein Waschraum für insgesamt zehn Waschmaschinen und Trockner sowie je ein Container für den Hausmeister und die Sozialarbeiter des Main-Taunus-Kreises aufgestellt. Für die Belange der Bewohner stehen die Sozialarbeiter des Main-Taunus-Kreises als auch die Mitarbeiter der Gemeinde Kriftel zur Verfügung.

Seit der Erstbelegung kam es zu weiteren Zuweisungen und Veränderungen in der Belegung. Es ist auch gelungen, einigen anerkannten Flüchtlingen eine Wohnung zu vermitteln. Derzeit (Stand Oktober 2018) leben dort 70 Personen (40 Männer, 14 Frauen und 16 Kinder, darunter 13 Familien mit Kindern und ein kinderloses Ehepaar). In der Flüchtlingsunterkunft sind Menschen aus Afghanistan (21), Syrien (17), Irak (9), Iran (9), Eritrea (5), Somalia (5) und Georgia (1) untergebracht. Diese Zahlen können sich aber täglich ändern.

Personen mit Auszugsberechtigung

Sind Personen als Flüchtlinge anerkannt, wird vom Main-Taunus-Kreis eine Auszugsberechtigung erteilt. In der Regel sind die anerkannten Flüchtlinge dann verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten aus den Gemeinschaftsunterkünften auszuziehen. „Dies gestaltet sich allerdings sehr schwierig, da die Wohnungssituation im Ballungsraum Rhein-Main sehr angespannt ist“, heißt es im Integrationsbericht. „Auch vor dem Hintergrund, dass derzeit genügend Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften vorhanden sind, wird es seitens des Kreises geduldet, dass die Flüchtlinge zunächst in den Gemeinschaftsunterkünften verbleiben. Dennoch kann auch dies nur eine Übergangssituation sein.“

Zwischenzeitlich sei es in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge gelungen, dass Wohnungen aus dem Bestand der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kriftel mbH an auszugsberechtigte Flüchtlinge vermittelt werden konnten, teilte Bürgermeister Seitz den Ausschussmitgliedern mit. Ebenfalls konnten einige Familien von den Gemeinschaftsunterkünften in private Wohnungen in Kriftel, Hattersheim, Eppstein, Sulzbach und auch außerhalb des Main-Taunus-Kreises umziehen. Zudem konnten Einzelpersonen in der Paul- Duden- Straße ein Appartement vermittelt werden. Aktuell sind in der Gemeinschaftsunterkunft Hofheimer Straße 56a circa 30 Personen auszugsberechtigt.

Info-Flyer in verschiedenen Sprachen

Mit dem Bau der ersten Flüchtlingsunterkunft hat sich auf Initiative der Kirchengemeinden zeitgleich der Arbeitskreis Flüchtlinge „Willkommen in Kriftel“ gegründet. Der Arbeitskreis wird durch engagierte ehrenamtliche Helfer unterstützt und hat sich in verschiedene Teams unterteilt. Das Organisations-Team ist die erste Anlaufstelle bei Fragen und Unterstützungen. Hier laufen auch alle Informationen zusammen. Das Organisationsteam ist auch Ansprechpartner für die Gemeinde und den Main-Taunus-Kreis. Infos unter www.ak-fluechtlinge-kriftel.de

Um die Flüchtlinge von Anfang an gut zu informieren, hat der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat Info-Flyer in Englisch, Arabisch und Farsi erstellt. Auch ein Ortsplan mit den wichtigsten Anlaufstellen der Gemeinde Kriftel wurde ausgefertigt.

Zudem gibt es zahlreiche Angebote im Rahmen der Flüchtlingsarbeit: die Kleiderkammer „Come In“ in der gemeindeeigenen Liegenschaft Goethestraße 5, die Fahrradwerkstatt des Familienzentrums in der Goethestraße 5 (beides geöffnet dienstags von 16 bis 18 Uhr) geöffnet, das Café der Kulturen an jedem letzten Samstag des Monats im Freizeithaus, ein internationaler Spielkreis (dienstags um 9.30 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Auferstehungsgemeinde), Sprachkurse und Nachhilfe nach Bedarf und die Lernstube Kriftel für Kindern mit Migrationshintergrund in der Weingartenschule (dienstags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr). Integrationslotsinnen der Gemeinde unterstützen Menschen mit Migrationshintergrund dabei, Hemmschwellen zu überwinden und bürokratische Hürden zu meistern.

Flüchtlingsbeauftragte eingestellt

Das Land Hessen erstattet den Landkreisen Aufwendungen für die soziale Betreuung von anerkannten Flüchtlingen. Unter anderem zur Betreuung der anerkannten Flüchtlinge hat die Gemeinde Kriftel zum 1. August 2018 Semiha Eroglu-Buch als Sozialarbeiterin eingestellt. Ihre Aufgabe besteht darin, die Flüchtlinge in Kriftel bei deren Integration zu unterstützen und ihnen bei ihren sozialen und organisatorischen Belangen zu helfen. Sie unterstützt die Flüchtlinge und andere Mitbürger mit Migrationshintergrund dabei, Arbeits- oder Ausbildungsplätze zu finden. Sie begleitet und hilft den geflüchteten Menschen dabei, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, die Gesetze und Regeln kennen zu lernen und vermittelt bei Konflikten.

Außerdem bietet sie eine Sprechstunde für Flüchtlinge an und vereinbart bei Bedarf auch Einzeltermine. Ferner betreut sie verantwortlich die beiden Gemeinschaftsunterkünfte in der Hofheimer Straße 56 a und in der Richard-Wagner Straße und kümmert sich um die Belange der in Kriftel lebenden Flüchtlinge. Sie ist Bindeglied zwischen den Migranten/Flüchtlinge und den Bürgern in Kriftel.

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