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DAS passiert in Kriftel

Für Flüsterbremsen voten!

Lärmaktionsplanung Eisenbahn: Gemeinde hat Stellungnahme abgegeben

Die 1. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan für alle Haupteisenbahnstrecken des Bundes ist mit der Veröffentlichung des Lärmaktionsplanes Teil A am 11. Januar 2018 abgeschlossen worden, dies teilte der Erste Beigeordnete der Gemeinde Kriftel, Franz Jirasek, in der letzten Gemeindevertreterversammlung mit. Der Aktionsplan plus Anhang steht auf der Homepage des Eisenbahn-Bundesamtes (www.Eba.bund.de) zum Download zur Verfügung.

Im Zeitraum vom 24. Januar bis 7. März 2018 bestand erneut die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. „Von Seiten der Gemeinde wurden Plan und Anhang auf Inhalte und Angaben zum Streckenabschnitt der Strecke Nr. 3610 Frankfurt/M- Limburg/Eschhofen hin überprüft“, so Jirasek. Haben im Jahr 2015 bei der Erstellung des ersten Lärmaktionsplanes, des sogenannten „Pilot-Lärmaktionsplanes“, noch 29 Bürgerinnen und Bürger eine Stellungnahme abgegeben, waren es bei dem Beteiligungsverfahren vom 30. Juni 2017 bis 25. August 2017 nur noch vier Stellungnahmen aus Kriftel.

Auch bei der Anzahl der von den Lärmbelastungen der Bahn betroffenen Bürgerinnen und Bürger hat es Veränderungen geben: 2015 waren jeweils 10 Bürgerinnen und Bürger von Lärmspitzenwerten im 24-h-Wert LDEN von mehr als 75 dB(A) und von mehr als 70 dB(A) bei den Nachtwerten Lnight (22-6 Uhr) betroffen. Nach den aktuellen Auswertungen der Lärmkarten aus dem Jahr 2017 hat sich die Zahl der derartig betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf null reduziert. Die Anzahl der vom Bahnlärm Betroffenen bei Werten zwischen 55 und 70 dB(A) hat dahingegen zugenommen.

In den Lärmkarten wurde festgestellt, dass beispielweise für das Gebiet „Am Krifteler Wäldchen“ die Ausbreitung des Lärms im Vergleich zu 2015 zugenommen hat. Ursache hierfür kann eine Zunahme der Lärmimmission ausgehend von der Bahn oder eine Änderung der Berechnungsmethode sein.

Bürger können sich für Flüsterbremsen einsetzen!

In diesem Zusammenhang weist die Gemeindeverwaltung alle Bürger daraufhin, dass es in Sachen Schienenlärm eine weitere Beteiligungsmöglichkeit gibt: Bis zum 20. Juni 2018 können Bürger an der „Öffentlichen Konsultation zu Regelungen für lärmabhängige Wegeentgelte“ teilnehmen. Hiermit überprüft und bewertet die Europäische Kommission derzeit die Wirksamkeit lärmabhängiger Trassenpreissysteme zur Bekämpfung von Lärm durch Schienengüterverkehr. Dabei geht es unter anderem um die Nachrüstung von Bestandgüterwagen mit den sogenannten Flüsterbremsen.

„Dieser Fragebogen richtet sich an das allgemeine Publikum und gibt Bürgern oder Bürgervereinigungen Gelegenheit, sich zur Verringerung des Schienengüterverkehrslärms, unter anderem durch Nachrüstung, zu äußern, ohne weiter ins technische Detail zu gehen“, so Jirasek.

Die Eisenbahn, insbesondere der Schienengüterverkehr, ist nach dem Straßenverkehr die zweitwichtigste Lärmquelle in Europa. Derzeit lässt sich der Schienenlärm am wirksamsten direkt an der Quelle durch die Nachrüstung der Bestandsgüterwagen mit Verbundstoff-Bremssohlen/“Flüsterbremsen“) mindern. Mit dieser technischen Lösung kann der Schienenlärm um bis zu 10 Dezibel gesenkt werden; das entspricht einer Verringerung des vom menschlichen Gehör wahrgenommenen Lärms um 50 Prozent, heißt es auf der Webseite der Europäischen Kommission. Die nachgerüsteten Wagen und alle Neuwagen, die die EU-Lärmnormen erfüllen, werden als „leise Wagen“ bezeichnet. Der Anreiz für die Nachrüstung besteht vor allem darin, dass durch die niedrigeren Trassenpreise die Kosten für die Montage von Verbundstoff-Bremssohlen wieder hereingeholt werden können.

Zur Teilnahme stellt die Europäische Kommission einen Fragebogen bereit. Der Link zum Fragebogen: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-rail-noise?surveylanguage=DE

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