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Dank für das Krifteler Lied

Elisabetha Stenmanns ist 95: Sie dichtete Kriftels Heimatlied „Seh‘ ich zwei Türme ragen“

Die ersten Gäste und Gratulanten kamen am Dienstagvormittag früh ins Restaurant Zagreb. Unter ihnen auch Kriftels Ehrenbürgermeister Paul Dünte. Mit Geschenken und Urkunden kamen Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete Franz Jirasek aus dem Rat- und Bürgerhaus dazu, um der bekannten Kriftelerin Elisabetha Stenmanns nachträglich zum 95sten Geburtstag zu gratulieren. Sie hat der Gemeinde mit ihrem „Krifteler Heimatlied“ ein wertvolles Liedgut gewidmet.

Seitz überreichte auch die Urkunden von Kreis und Land. Jirasek, zugleich DRK-Vorsitzender in Kriftel, gratulierte zudem im Namen der DRK-Ortvereinigung Kriftel, deren Seniorenkreis Stenmanns gern besucht. Der Männerchor im Gesangverein Liederkranz ließ es sich nicht nehmen, das von ihr gedichtete Lied im großen Gästekreis anzustimmen. Elisabeth Stenmanns hatte bereits am Sonntag, den 22. April, ihren hohen Geburtstag in kleiner Runde gefeiert.

30 Jahre in der Schublade

In seiner kleinen Geburtstagsansprache würdigte Bürgermeister Seitz Elisabetha Stenmanns, die sich um die Gemeinde verdient gemacht hat: Sie hat das „Krifteler Heimatlied“ in Text und Musik geschaffen. Helmut Walter Theobald, über fast drei Jahrzehnte Chorleiter des Männerchors Liederkranz Kriftel, sowie Matthias Leber haben ihre Vorlage dann bearbeitet – wonach es seit Jahren häufig in der Gemeinde zu zahlreichen Anlässen verschiedener Art privat wie offiziell gesungen und auch instrumental begleitet wird.

Über mehr als 30 Jahre wurde dem Lied allerdings keine Beachtung zuteil. Das lag vielleicht auch daran, dass es die Autorin zunächst „in die Schublade steckte“. Zwar holte sie es mal für den Bund für Volksbildung in Kriftel heraus, sang es auch in Begleitung, aber dann versank es wieder. Im Grunde ist es dem geschätzten Wilhelm Knobloch zu danken, einst Vorstandsmitglied des Volksbildungsvereins, der von dem Lied begeistert war und sich deswegen an Chorleiter („Liederkranz“) Kurt Mitternacht wandte. Das war gewissermaßen die offizielle Geburtsstunde - 2010 oder 2012 - des „Krifteler Heimatlieds“, an die sich Stenmanns gern erinnert.

Ausgebildete Bühnenkünstlerin

Die Jubilarin hat mehrere Lieder geschrieben und urteilt über sich selbst, „dass ihr einiges auch gelungen ist“. Eines in ihrem Leben bedauert sie jetzt sehr: „Ich kann leider nicht mehr singen.“ Die Autorin hat als ausgebildete und aktive Sängerin (hoher Sopran) häufig auf der Bühne gesungen. Sie war für den ehemaligen Kirchenmusikdirektor Franz Pabel, Kriftel, ein „begehrtes Chormitglied“. Dazu hatte ihre Ausbildung in Wiesbaden, unter anderem in Atemtechnik und Aussprache, erheblich beigetragen. Sie sang zumeist Händel und Mozart-Arien, auch aus der „Krönungsmesse“.

Hausgeburt in Kriftel

Gearbeitet hat sie jedoch im Handwerk: als ausgebildete Schneiderin. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie dienstverpflichtet. Danach wechselte sie als Technische Angestellte an eine Fachstelle in der Hoechst AG. Rund 30 Jahre, bis zu ihrer Pensionierung, hat sie für diesen Arbeitgeber gearbeitet.

Als geborene Bardenheier kam sie durch Hausgeburt in Kriftel auf die Welt. Sie lebt immer noch in Ihrem Elternhaus. Sie kennt sich aus in ihrer Familiengeschichte und kann sie bis in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zurückverfolgen. Zwei bekannte Gasthäuser in der Gemeinde gehen auf die Gründung durch die Bardenheiers zurück. Mit ihrem Ehemann Paul Stenmanns bekam sie einen Sohn. Sie hat Freude an zwei Urenkeln und drei Enkeln.

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