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DAS passiert in Kriftel

Beeren für die Vögel

Einsatz für die Vögel: Brunnen im Bieth neu bepflanzt

„Wo bleiben die Vögel?“ Das sei die Frage, die ihm am häufigsten gestellt werde, erzählte Hans H. Tecklenburg kürzlich dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Kriftel, Franz Jirasek, und Mitarbeiten den Grünflächenamtes beim Gesprächstermin im Rathaus (wir berichteten). Seit mittlerweile 19 Jahren ist der Krifteler ehrenamtlich als Vogelschutzbeauftragter der Gemeinde aktiv.

„Anhaltspunkt für eine fundierte Beurteilung, wie viele Vögel in Kriftel leben, ist für mich immer die Belegung der insgesamt fast 140 Nistkästen in Kriftel“, so Tecklenburg, der jedes Jahr einen Bericht vorlegt. Diese wurden von der Gemeinde angeschafft. Inzwischen sind die Zahlen alarmierend, das hat die Prüfung und Säuberung der Kästen durch Tecklenburg gezeigt: „Von 135 Nistkästen waren 2017 nur 59 besetzt. Das ist das schlechteste Ergebnis seit meinen Aufzeichnungen.“

Rückzugsmöglichkeiten fehlen

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. „Der Druck der Gesellschaft auf die Natur ist groß. Die ausgeräumten Felder und Gärten bieten wenig Nahrung, die Rabenvögel kommen verstärkt in die Wohngebiete und bedrohen die Bruten“, so der Vogelexperte. Tecklenburg bittet daher nicht nur private Gartenbesitzer darum, im Garten Rückzugs- und Brutplätze für Vögel (zum Beispiel Hecken und Büsche) zu erhalten, sondern er äußerte auch Wünsche an die Gemeindeverwaltung.

„Ich fände es wichtig, wenn es im Gemeindegebiet mehr eingezäunte Refugien und Ruhezonen für die Vögel und die heimischen Wildtiere gäbe, wo sie vor Zwei- und Vierbeinern geschützt sind“, so der Vogelschutzbeauftragte. „Gerade in den eingezäunten Flächen rund um die Wasserwerke tummeln sich die Vögel.“ Der Erste Beigeordnete versprach, die Vorschläge bei Neuanpflanzungen unter anderem beim Brunnen „Im Bieth“, zu berücksichtigen. Hier mussten kürzlich im Zuge eines Umbaus vorhandene Hecken gerodet werden.

Infotafel soll Spaziergänger sensibilisieren

Vergangene Woche wurde Tecklenburgs Vorschlag von Mitarbeitern des Bauamtes in die Tat umgesetzt: Katharina Keib vom Amt für Grünes hatte zwei Beeren tragende Bäume und jede Menge Sträucher, wie schwarzer Holunder, Sanddorn, Hagebutten, die Kornelkirsche, den Roten Hartriegel, den Eingriffeligen Weißdorn, die Rote Heckenkirsche, Schlehdorn, die Gold-Johannisbeere, die Hunds-Rose, die Salweide sowie den Gewöhnlicher Schneeball für die Neubepflanzung der Fläche ausgewählt. Auch der Vogelschutzbeauftragte half bei der Pflanzung tatkräftig mit. Tecklenburg überreichte dem Ersten Beigeordneten, der die Pflanzarbeiten besuchte, dann auch eine wetterfeste Infotafel, die am Zaun angebracht werden und Spaziergänger auf die Ruhezonen sowie Beeren tragende Sträucher hinweisen soll.

„Mitarbeiter des Grünflächenamtes wählen zurzeit weitere Flächen im Gemeindegebiet aus, die - zum Beispiel mit Stauden - so bepflanzt werden können, dass hier das ganze Jahr über Bienen und Vögel Rückzugsmöglichkeiten und Nahrung finden“, so Jirasek. Gelder wurden dafür bereits in den Haushalt eingestellt.

Infos zu allen Singvogelfragen gibt Hans H. Tecklenburg unter 06192/46468.

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