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DAS passiert in Kriftel

Auflösung verschoben

Auflösung des Fördervereins noch nicht beschlossen - neuer Termin im September

Der Förderverein der Ökumenischen Diakoniestation Hattersheim und Kriftel hatte am 4. Juli zur gemeinsamen Bezirks-Mitgliederversammlung und Versammlung der Bezirksvorstände ins Rat- und Bürgerhaus geladen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Beschlussfassung zur Auflösung, doch reichten die Anwesenden nicht aus, einen Auflösungsbeschluss zu fassen. Es ergab eher ein Meinungsbild. Daher wird Fördervereinsvorsitzender Bürgermeister Christian Seitz Mitte September des Jahres erneut zur gemeinsamen Sitzung einladen.

Darin kann das „Aus“ für den Förderverein Kriftel fallen, deren Vorsitzender Theo Fetzer ist. Er hatte in seinen über 20 Jahren als Vorsitzender die Krifteler zu über 30 Basaren um Herbst- und Winterbekleidung ins Rat- und Bürgerhaus eingeladen und damit den Gesamtförderkreis zugunsten der Diakoniestation regelmäßig unterstützt.

Seit 1983 finanzielle Unterstützung der Diakoniestation

Die Diakoniestation Hattersheim und Kriftel wurde im Jahre 1983 durch die Kirchengemeinden von Hattersheim und Kriftel zusammen mit den beiden Kommunen gegründet. Seit dieser Zeit war die Station in Trägerschaft eines Zweckverbandes. Im vergangenen Jahr wurde dieser Zweckverband aufgelöst, weil die Station seit dem 1. Januar 2017 in die Trägerschaft einer von der Landeskirche gegründeten gemeinnützigen GmbH (Gesellschaft für Diakonie Stationen - GFDS) übergegangen ist.

Zeitgleich zur Diakoniestation wurde 1983 der Förderverein gegründet, der die Station durch die Beiträge der fördernden Mitglieder finanziell unterstützt hat. Bürgermeister Christian Seitz wurde Erster Vorsitzender des Gesamtvorstands der Diakoniestation mit insgesamt vier Fördervereinen. Theo Fetzer übernahm den Vorsitz des Fördervereins Kriftel.

Durch die Einführung der Pflegeversicherung in den 1990er Jahren und dem zunehmenden Angebot von ambulanter Pflege, auch von privaten Organisationen, war es immer schwieriger geworden, neue Mitglieder für den Förderverein zu gewinnen. Seit etwa 20 Jahren ist der Mitgliederbestand von Jahr zu Jahr stark rückläufig. Durch den Übergang der Station in die gemeinnützige GmbH der Landeskirche, ist der in der Satzung festgelegte Fördergegenstand des Vereins weggefallen. Der Vorstand des Vereins stand vor der Frage, die Satzung des Vereins entsprechend der neuen Trägergesellschaft anzupassen oder den Verein aufzulösen. Nach langer intensiver Überlegung, hat sich der Vorstand dazu schweren Herzens entschieden, der Mitgliederversammlung vorzuschlagen, den Förderverein der Diakoniestation Hattersheim/Kriftel aufzulösen.

Entwicklungen erfordern Veränderung

Demographie und wachsende Ansprüche und Aufgaben um Ambulanz und Pflege, dazu Bürokratie und Wirtschaftlichkeit, Sozialpolitik sowie Ausbildung und Personal hatten bereits vor rund zweieinhalb Jahren die Verantwortlichen in diesem Zweckverband angehalten, eine wirkungsvolle Veränderung zu planen, um die Absicht der kirchlichen Diakonie zu erhalten und sie Entwicklungen anzupassen. So lag es nahe, an eine überörtliche Lösung zu denken. 2016 fanden die nötigen Schritte für die Auflösung hiesigen Zweckverbands bis zur Übergabe der Station im Dezember statt.

Für die Bürger in Hattersheim und Kriftel, die sich bisher an die Diakoniestation wenden, ändert sich mit der neuen Trägerschaft GFDS nichts. Leistungen und Leistungsverträge aus vorheriger Trägerschaft sind von der neuen Gesellschaft übernommen worden.

Krifteler Historie um Hilfe und Diakonie

Die „Dernbacher Schwestern“ hatten sich einst der Pflege älterer Krifteler angenommen. Auch sie wurden älter und weniger. Aber ihre Hilfsabsicht blieb erhalten. Zunächst nahm sich die Zivilgemeinde mit dem Rathaus der Hilfe Älterer an. Dann wurde diese Hilfe an sogenannte Gemeindeschwestern in Kriftel und Hattersheim delegiert. Die Verbindung beider Kommunen auf diesem Gebiet der Bürgerhilfe besteht also schon lange. Aufgaben und Hilfsfälle wuchsen an. Daher wurde 1983 mit beiden Evangelischen Kirchengemeinden die Diakoniestation eingerichtet.

Mit der gesetzlichen Einführung der Pflegeversicherung 1990 wurde es für das Stationswesen kritisch: Die Bürger sind per Gesetz angehalten, für ihren persönlichen, etwaigen Pflegefall selbst vorzusorgen. Damit entfiel für beide Zivilgemeinden die Pflicht, die Diakoniestation finanziell zu unterstützen. Theo Fetzer, Vorsitzender des Fördervereins Kriftel für die Diakoniestation, erkannte aber, dass Arbeit und Angebot der Diakoniestation erhalten bleiben müssten, auch wenn die Mitglieder in den Vereinen schrumpften. Außerdem decke die Pflegeversicherung nicht alles ab. Rund 800 Mitglieder unterstützen die Fördervereine.

Im April 2014 feierte die Diakoniestation ihr 30-jähriges Bestehen in der Evangelischen Auferstehungskirche in Kriftel. Im Festgottesdienst zog Pfarrerin Carmen Schneider die Linie vom Gleichnis des „Barmherzigen Samariters“ (Lukas-Evangelium) hin zur Diakonie. Die Pfarrerin verband mit dem Gleichnis auch den Hinweis auf die „Wertschätzung des anderen, des Nächsten – in seiner Schwäche und Verletzlichkeit“. Es gehöre zum christlich-jüdischen Umgang mit Menschen, ihnen auch im Alter mit „Leben und Pflege“ zu begegnen und ihnen beizustehen.

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