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Mehr Wildkräuter in Kriftel

Gemeinde will öffentliche Flächen mit Wildkräutern aufwerten

Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 30. August 2018 den Antrag der Fraktion GRÜNE zur Bepflanzung öffentlichen Grüns mit Wildkräutern und -pflanzen angenommen. Damit wurde der Gemeindevorstand gebeten zu prüfen, welche Bereiche des öffentlichen Grüns mit Wildkräutern und -pflanzen aufgewertet werden können.

Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek legte jetzt in den Ausschüssen den Bericht des Gemeindevorstandes vor. In diesem wird aufgezeigt, dass sich der Gemeindevorstand bereits mit dem Thema Wildkräuter und -pflanzen befasst hat und auch einige Flächen in Kriftel bereits mit Wildstauden und -gehölzen bepflanzt sind. Des Weiteren ist vorgesehen, insbesondere bei zukünftigen Projekten oder der Überarbeitung vorhandener Flächen oder Beete, verstärkt heimische Pflanzenarten zu verwenden.

Maßnahmen gegen den Insektenrückgang

„Der Gemeindevorstand hat sich der Thematik des Insektenrückgangs gestellt und verschiedene Maßnahmen ergriffen, um auch durch Maßnahmen im öffentlichen Bereich dem Rückgang entgegen zu wirken“, so der Erste Beigeordnete. „Öffentliche Räume bieten nicht nur Lebensraum für uns Menschen, sondern auch für viele Pflanzen- und Tierarten.“ Die vielfältigen Nutzungsformen wie Parks, Wiesen, Gehölzstreifen und anderen Grünstrukturen schaffen unterschiedliche Lebensräume und ein vielfältiges Nahrungsangebot.

Er wies allerdings darauf hin, dass die meisten im Antrag genannten Ursachen nicht auf innerstädtische Flächen zu übertragen sind. „So ist es insbesondere die Aufgabe der Träger übergeordneter Planungen, die weitere Entwicklung der Flächen für Obstbau und Landwirtschaft sowie Forst im Ausgleich mit natürlichen Flächen (Biotope) im Auge zu behalten und somit verstärkt für die Weiterentwicklung und Erhaltung einer intakten Natur und Landschaft zu sorgen“, heißt es im Bericht des Gemeindevorstandes.

Die Flächen des Ziegeleisparks werden zur ökologischen Aufwertung für besonders geeignet gehalten. Jirasek: „Daher wurden dort heimische Pflanzenarten eingesät und die Flächen werden überwiegend extensiv bewirtschaftet. Auch bei der Anpflanzung der Gehölzinseln wurde auf heimische und beerentragende Gehölze geachtet. Dadurch wurden wichtige Rückzugsorte für viele heimische  Pflanzen- und Tierarten geschaffen.“ Auch viele Beete im Ziegeleipark seien bereits mit "insektenfreundlichen" Stauden bestückt. 

2019: Heimisches Saatgut auf vielen weiteren Flächen

Die Gemeinde hat darüber hinaus auch für das nächste Jahr zahlreiche Flächen ausgewählt, um diese mit heimischen und damit auch insektenfreundlichen Pflanzen zu ergänzen. Im kommenden Frühjahr werden drei Beete am Bahnhofsplatz mit heimischen Stauden und Gehölzen bepflanzt. Zudem wird auf ausgewählten Flächen wie dem Fahrbahnteiler entlang der K822 (Frankfurter Straße), im Ziegeleipark, am Rat- und Bürgerhaus und an der Bushaltstelle "Am Mühlbach" autochthones, also gebietsheimisches Saatgut eingesät. Des Weiteren hat die Gemeinde die Bürgerinnen und Bürger, die Patenschaften von Gemeindekübeln übernommen haben, gebeten, bei der Bepflanzung auf heimische und insektenfreundliche Stauden zu achten. Dazu wurde eine Liste an geeigneten Pflanzen erstellt und den „Paten“ zur Verfügung stellt.

Auch in Zukunft wird die Gemeinde Kriftel vermehrt, statt auf Rasen und Blumenrabatten mit gefüllten Hybriden, lieber auf bunte Wiesen und insektenfreundlichen Pflanzen setzen.

(Kreisweite) Biotopvernetzung

„Das Thema wird auch in die Gespräche mit dem Ortslandwirt, der Jagdgenossenschaft und der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Obstbau eingebracht“, versprach Franz Jirasek. „Denn Landschaften, die insbesondere durch landwirtschaftliche Strukturen geprägt sind, fehlen oft naturnahe und zusammenhängende Biotope. Es ist daher ein Anliegen der Gemeinde, die Vernetzung von Biotopen durch verschiedene Strukturen, wie Hecken oder Feldraine, zu erhalten und wo sie nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, zu schaffen.“

Dabei sei auch auf die einvernehmliche Abstimmung mit allen beteiligten Akteuren hinzuwirken. Auch durch die Kreisbeigeordnete Madlen Overdick (GRÜNE) werde das Thema der Biotopvernetzung aktuell wieder stärker in den Fokus gerückt. Vom Main-Taunus-Kreis ist derzeit ein Konzept für eine kreisweite Biotopvernetzung in der Überlegung bzw. Vorbereitung.

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