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DAS passiert in Kriftel

Kriftel an der Wand

Krifteler Galerie: Mit dem Pinsel durch die Welt

„Jetzt hängt Kriftel an der Wand, ganz ähnlich den früheren Motivtellern“, sagte Bürgermeister Christian Seitz am vergangenen Mittwoch im Rahmen der Eröffnung einer neuen Ausstellung im Rathaus schmunzelnd. Da grüßen nun unter anderem das Feuerwehrgebäude, das Parkbad, das Rathaus, die St. Vitus Kirche und der Tropica-Markt sowie die Weingartenschule farbenfroh und detailgetreu von der Wand. Zweidimensional, plakativ und wiedererkennbar hat die Kriftelerin Christine Diakow sie auf kleinformatigen Leinwänden verewigt. Viele Besucher der Vernissage reagierten mit ‚Ahs‘ und ‚Ohs‘, als sie die fotorealistisch gemalten Symbole Kriftels betrachteten.

Auf Nachfrage erklärte Christine Diakow, heimatliche Gefühle wolle sie eigentlich nicht wecken. Eher sei es die Nachbildung des Vorgefundenen, die der 55-jährigen Autodidaktin am Herzen liege, sie wolle Ausschnitte der Realität in einer möglichst exakten Weise abbilden.

Gerne gemalt habe sie schon als kleines Mädchen, damals noch im Geburtsort Zeilsheim, aber vor gut 30 Jahren habe sie mit einem Malset, bestehend aus Pinseln, Acrylfarbe und Palette, eine richtiggehende Malleidenschaft gepackt. „Malen ist für mich eine Mediation, die mich in einen anderen Gefühlszustand transformiert und so hilft, die Balance im Leben zu finden“, erklärte sich die Künstlerin.

Über Kriftel hinaus

Ihr Sujet besteht nicht nur aus Krifteler Motiven. So heißt die Ausstellung: „Bilder aus Kriftel, Frankfurt und anderswo“. Auch die nahe Großstadt ist für sie willkommene Malkulisse. Frankfurt findet sich mit seinen Wahrzeichen - unter anderem dem Römer, dem Henninger Turm (dem echten, alten!) und dem Fernsehturm Ginnheimer Spargel - ebenso auf Leinwand oder Malpappe im Rat- und Bürgerhaus verewigt, wie auch Neuschwanstein, das Traumschloss  König Ludwigs II von Bayern. Diakow hat aber auch Florales und einen Vulkanausbruch in Farbe und Form auf der Palette.

„Das sind Diakows Stimmungsbilder“, betonte Laudatorin Elke Wetterau-Bein, die stellvertretende Vorsitzende des Krifteler Kulturforums, die die Vernissage eröffnete. Sie unterstrich das Gesagte mit einem Zitat des englischen Romanciers Oscar Wilde: „Ziel der Kunst ist es, Stimmungen zu erzeugen.“ Jetzt, nach 30 Jahren unermüdlicher Malerei in aller Welt – Diakow malte unter anderem in Australien, Indien und Irland – hat die Krifteler Künstlerin ihr „Coming out“. Es ist ihre erste Ausstellung, für einen Künstler immer ein gewagtes Experiment, muss er sich doch der Öffentlichkeit und der individuellen Meinung der Betrachter stellen.

Den Nerv getroffen

Vor allem mit den etwa 20 Krifteler Motiven hat Diakow den Nerv ihrer Gäste getroffen. Insgesamt sind es über 60 sehenswerte Motive, die in buntem Reigen die Büros in unterschiedlichen Formaten umrahmen. Alle sind käuflich, zu Preisen von 26 bis 50 Euro.

Der ehemalige Krifteler Bürgermeister Paul Dünte war von den Bildern so angetan, dass er sich gleich fünf Motive reservierte. Christine Diakow werden weder die Motive noch die Motivation ausgehen: Sie verwendet – wie sie selber betonte – auch Bilder aus Reiseprospekten, dem Internet und Fotobüchern als Vorlage für ihre Gemälde. Es sei wie ein eingespieltes Ritual, sagt sie. „Die Pinsel führen und begleiten mich überall hin, der Schaffensprozess versetzt mich in eine angenehme Stimmungslage, eine andere Welt öffnet sich.“ Alexander van de Loo

Krifteler Bürger und Gäste können sich die Kunstwerke montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr anschauen.

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