Bereich: Klickpfad

Sie sind auf:   Startseite      Aktuelle Meldungen

Bereich: Randspalte

Bereich: Inhalt

Aktuelle Meldungen

Exkursion nach Frankfurt: Welcher Kunstrasenbelag für den SV 07 Kriftel?

09.11.2017

Die Absicht der Vereinsführung SV 07 Kriftel, den „Tennenplatz“ für seine Fußballmannschaften und Ligabetrieb mit einem Kunstrasenbelag zu versehen, wird von den Gremien der Gemeinde - Vorstand wie Gemeindevertretung - unterstützt. Es wird dafür seitens des Vereins und des Rathauses mit Kosten von rund 620.000 Euro gerechnet.

Die Platzumwandlung von „Tenne auf Kunstrasen“ soll laut SV 07-Vorstand im Frühjahr nächsten Jahres erfolgen. Vielleicht schon ab März. „Dann könnten wir zu Saisonbeginn der neuen Spielzeit 2018/19 auf dem Kunstrasenplatz trainieren und spielen“, so Ralf Schmidt, Erster Vorsitzender des Vereins. Das sei vom Bauablauf her von entsprechenden Firmen zu schaffen. Allerdings müssten Winterdauer und Witterung im Frühjahr 2018 berücksichtigt werden.

Die Gemeinde geht von einer Bauzeit zwischen drei und vier Monaten aus, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Im Vorfeld wurde bereits ein Vorentwurf für den Bau durch ein entsprechendes Fachbüro erstellt, ein Baugrundgutachten wurde eingeholt und die Flutlichtmasten wurden auf Standsicherheit überprüft. Jirasek: „Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Entwässerung nicht erneuern müssen. Dabei stützen wir uns auf Aussagen des Platzwartes und auf eine Sichtkontrolle der Spülschächte.“ Eine fachgerechte Überprüfung der Entwässerung sei noch nicht durchgeführt worden.

Recherche auf den Plätzen Frankfurts

Der Kunstrasenbelag in Kriftel ist „Neuland“ für Verein wie Verwaltung. Daher näherten sich jetzt ganz praktisch der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, Bauamtsleiter Christof Brandis, Katharina Keib sowie Martin Mohr aus dem Bauamt sowie Ralf Schmidt, Erster Vorsitzender des SV 07 Kriftel, und weitere Vertreter des Vereins diesem Thema: Sie trafen in Frankfurt mit Michael Anthes vom Grünflächenamt zusammen, um Grundsätzliches über Auswahl und Bewährung von Kunstrasenbelägen in Training und Spielbetrieb „vor Ort“ auf Sportplätzen zu erfahren. Sie besichtigten daher im Stadion Am Brentanobad (1. FFC Frankfurt) die beiden zusätzlichen Kunstrasenplätze sowie die Sportanlage der SG Praunheim, ebenfalls mit ihrem zusätzlichen Kunstrasenplatz.

Rund zwei Stunden dauerte diese Exkursion, die Jirasek wie Schmidt zeitweise auf den Boden zwang, um dort der Verschiedenartigkeit von Kunstrasenbelägen - Langhalm oder Kräusel - mit den Fingern nachzuspüren, das Granulat zu erfassen und die Bodenhaftigkeit des Kunstrasenbelags mit der Hand zu ertasten. Anthes äußerte sich dazu fachmännisch, informierte über Vorbereitung des Untergrunds und Aufkleben beziehungsweise Auslegen des Kunstrasens, seine Pflege, Bewässerung sowie Aufbesserung. Letzteres muss häufiger besonders in beiden Strafräumen vor den Toren geschehen, denn dort ist die Platzbeanspruchung und -abnutzung besonders hoch.

Einschätzungen und Zeitdruck

Anthes hält es mit Blick auf den SV 07 Kriftel für möglich, hier den Kunstrasenbelag zwischen 15 bis 18 Jahren zu erhalten. Danach müsste er wohl erneuert werden. In der Regel, bei hohem Trainings- und Spielbetrieb eines Vereins, halte der Kunstrasenbelag etwa zehn bis zwölf Jahre. Natürlich sind mit ihm Folgekosten verbunden. Jirasek gewann in Abschätzung dieser Kosten und der bestehenden für den „Tennenplatz“ die Zuversicht, mit dem Belag nicht viel mehr Unterhaltungskosten aufbringen zu müssen.

Nach jetzt zwei Jahren Themenbehandlung in Verein und Verwaltung kommt nun Eile um die Entscheidung auf: Ein Fachbüro (Landschaftsarchitekturbüro) muss beauftragt werden und die Ausschreibung muss raus, um die Zeitvorstellung einhalten zu können. Denn die meisten Vereine wollen im Frühjahr den Kunstrasen bauen. So können die Unternehmen dann dem Auftragsdruck nicht immer nachkommen. Damit könnte sich dann auch der Preis verändern.