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Kombination mit Modellcharakter

- Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek und Bürgermeister Christian Seitz mit Architekt Ralf Endres und Bernd Werner, Konzeptbau (von links) erläuterten vor Pressevertretern auch anhand von Zeichnungen die Pläne für das Betreuungs- und Pflegezentrum.
Auf dem 12.500 Quadratmeter großen Gelände zwischen Brunnenweg und Kapellenstraße sind die Erdarbeiten für das Pflegeheim in vollem Gange. Bernd Werner, Geschäftsführer des Bayreuther Unternehmens Konzeptbau äußerte in einem Pressegespräch im Krifteler Rathaus seine Überzeugung, dass das Gesamtprojekt, das auf dem Gelände verwirklicht wird, von der Bevölkerung angenommen werde. „Es gibt eindeutig einen Bedarf für diese Angebote in Kriftel“, stellte Werner fest. Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete Franz Jirasek konnten das aufgrund der hohen Zahl von Anfragen nur bestätigen.
„Wir sind besonders stolz auf die Kombination der Einrichtungen, die hier entstehen werden“, so Seitz. Wie berichtet, sollen auf dem Gelände ein Pflegeheim sowie Gebäude für „Betreutes Wohnen“, Eigentumswohnungen, ein Ärztehaus und eine Kindertagesstätte gebaut werden. Ein Indiz für die Attraktivität dieser Kombination sieht der Bürgermeister in der Bereitschaft des Landes Hessen, das mustergültige Projekt zu fördern. Davon macht der Investor jedoch nicht Gebrauch, da die Inanspruchnahme von Fördermitteln die Umsetzung verzögern und durch zahlreiche Auflagen verkomplizieren würde.
Konzeptbau investiert über 30 Millionen Euro
Die Finanzierung des Projektes in Kriftel ist auch für einen erfahrenen und profilierten Baudienstleister wie Konzeptbau keine Kleinigkeit: Zwischen 30 und 35 Millionen investiert das Unternehmen nach Werners Angaben. „Wir haben uns gut auf diese Aufgabe vorbereitet“. Beim Pflegeheim könne man mit einer „sicheren Auslastung“ der 104 entstehenden Plätze rechnen. Auf den Bau einer „Bettenburg“ mit einem weitaus größeren Angebot ist ganz bewusst verzichtet worden. „Die Menschen wünschen sich heute kleinere Einrichtungen mit familiärem Charakter“, so Werner. Ein Pflegeheim dürfe aber auch aus ökonomischen Gründen nicht zu klein sein.
Dem Wunsch nach familiärer Atmosphäre kommt die geplante Einteilung des Hauses in Kriftel in mehrere kleine Stationseinheiten entgegen, die auch jeweils ihre eigenen Speise- und Aufenthaltsräume haben werden. Das Fachpersonal des Betreibers Kursana wird in der hauseigenen Küche das Essen für alle Bewohner zubereiten und es in die Stationseinheiten bringen. Im Erdgeschoss wird es eine Demenzstation mit Zugang zu einem Garten geben. Da die Entscheidung zur Übersiedelung in ein Pflegeheim heute in der Regel erst dann getroffen wird, wenn der Pflegebedürftige in einer Verfassung ist, die kein Verbleiben in den eigenen vier Wänden mehr zulässt, gibt es keine konkreten Anmeldungen für einen Pflegeplatz, dafür aber immer wieder viele Nachfragen.
Viele Eigentumswohnungen schon reserviert
Nachdem das „Ankerprojekt Pflegeheim“ Fahrt aufgenommen hat, treibt die KonzeptBau GmbH auch die weiteren Bausteine des Betreuungs- und Pflegezentrums voran. Bernd Werner: „Der Vertriebsstart der Wohnungen ist sehr positiv verlaufen, viele Wohnungen sind bereits reserviert. Wir gehen davon aus, im Frühjahr 2012 mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Der Bauantrag ist bereits eingereicht.“ Insgesamt gehören zu dem Komplex 28 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage, die auf drei Häuser verteilt sind.
Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen umfassen Größen zwischen rund 45 und 117 Quadratmetern. Nutzer der Wohnungen können auf Wunsch Dienstleistungen des DRK in Anspruch nehmen. Das DRK wird auch der Partner sein, der das Betreute Wohnen im Betreuungs- und Pflegezentrum Kriftel übernehmen wird. „Die Mietvertragsverhandlungen mit dem DRK sind inzwischen abgeschlossen, der Mietvertrag wird in Kürze unterzeichnet“, erläuterte der Konzeptbau-Geschäftsführer Werner den aktuellen Stand. Im Betreuten Wohnen entstehen 35 Wohnungen, die zum einen mit obligatorischen Grundleistungen belegt sind, darüber hinaus je Bedarf des Nutzers aber auch Wahlleistungen in der Pflege, Hauswirtschaft oder beim Essen bieten.
Seniorenbegegnungsstätte integriert
Das Gebäude für das Betreute Wohnen im östlichen Bereich des Geländes soll im Herbst 2013 fertiggestellt sein. Eine Seniorenbegegnungsstätte soll darin auch eingerichtet werden. Verbindliche Anmeldungen für das Betreute Wohnen können derzeit noch nicht angenommen werden, da Einzelheiten noch zu klären sind. Es liegt aber eine sehr große Zahl von Vormerkungen vor.
Schließlich runden eine neue Kindertagesstätte, die am Brunnenweg entsteht und ein Ersatz für das Provisorium „Obstgärtchen“ am Platz von Airaines ist, und ein Ärztehaus an der Kapellenstraße das Gesamtprojekt Betreuungs- und Pflegezentrum ab. Dabei sind die Pläne für die Kita bereits in der Endabstimmung, während für das Ärztehaus bereits entsprechende Nutzungskonzepte entstehen.
Architektonische Besonderheiten
Wie der von Konzeptbau beauftragte Architekt Ralf Endres im Gespräch mit Pressevertretern u.a. erklärte, musste bei den Planungen der Baukörper und der Gestaltung des Areals auch ein beträchtlicher Höhenunterschied berücksichtigt werden: Vom Brunnenweg zur Kapellenstraße gibt es eine Differenz von 3,90 Metern. Durch die Bauweise der einzelnen Gebäude sei dies auf kreative Weise aufgefangen worden. Die Fassaden der Gebäude sollen mit dezenten Farben gestaltet werden. Oberirdische Stellplätze wird es nur für die Besucher des Ärztehauses geben. Weitere Parkmöglichkeiten werden in Tiefgaragen geboten. Zur Gestaltung des Geländes gehört die Pflanzung von 52 Bäumen.
Die Gemeinde hatte sich nach einer langen Vorbereitungsphase und auch manchen Rückschlägen Anfang 2009 für die Zusammenarbeit mit der Firma Konzeptbau. Aus heutiger Sicht eine gute Wahl. Die Verhandlungen seien sehr konstruktiv verlaufen, bekundeten sowohl Jirasek als aus Geschäftsführer Werner. Bürgermeister Seitz äußerte nochmals eine Freude darüber, dass es nun gelungen ist, ein Projekt, das ihm und dem Ersten Beigeordneten schon seit Amtsantritt ganz besonders am Herzen gelegen habe, mit einem kompetenten Partner auf den Weg zu bringen.

