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Die Tour zum mitnehmen
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Sehenswertes
Von allen Seiten: Schönes Kriftel
Wer sich die Zeit nimmt, die Gemeinde Kriftel zu Fuß zu erkunden, kann dabei manche interessante Entdeckung machen. Wir möchten Sie zu einem Rundgang einladen.
Treffpunkt Linde
Treffen wir uns in der Ortsmitte an der Stelle, wo Linden- und Bahnhofsstraße sowie Frankfurter Straße aufeinandertreffen. Der Lindenplatz ist ein Stück Ortsgeschichte. Hier wurde in alter Zeit Recht gesprochen. Die Linde verleiht zugleich Kriftels fröhlichstem Bürgerfest, dem „Lindenblütenfest“ seinen Namen. Das Straßenfest der Kerbegesellschaft lädt Bürger und Auswärtige alljährlich Anfang Juni ein, rund um die Linde zwei Tage zu feiern. Auf dem Platz findet man auch eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Den stillen Ort, trotz Verkehrs ringsum, schmückt das sogenannte Bonifatiuskreuz. Es ist eine markante Station auf dem 2004 eingeweihten Wander- und Pilgerweg „Bonifatiusroute“ von Mainz nach Fulda. Mit der Bonifatiuskapelle auf dem Hochfeld, der Bonifatiusfigur in der Kirche St. Vitus, dem Bonifatiuskreuz an der Linde sowie dem Gedenkstein am Standort der ehemaligen Kapelle ist Kriftel ein bedeutender Bestandteil dieser Route.
Neue Ortsmitte
Wenn Sie weiter in den Ort hineingehen, entlang der Frankfurter Straße Richtung der katholischen Pfarrkirche St. Vitus, erkennen Sie linker Hand einen großen Neubau mit mehreren Einkaufsstätten. Dieser Mischbau aus Wohnen, Praxen und Gewerbe ist Teil der „neuen Ortsmitte“ mit Galeriepassage, die 1990 eröffnet wurde. Hier war früher Kleingewerbe und Gastronomie angesiedelt, bevor die nötige Sanierung und Neugestaltung des alten Ortskerns vorgenommen wurde. In diesem Teil der Frankfurter Straße wurde 1990 der große historische Umzug äußerst dicht und geballt, mit dem die Gemeinde ihre 1200-Jahrfeier krönte: Der Zug machte 1200 Jahre Ortsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart lebendig und erregte starkes Aufsehen in Gemeinde und Kreis.
Altes Kriftel
Nach der „neuen Ortsmitte“ erreichen Sie die Goethestraße. Hier reiht sich das alte Kriftel aneinander: Restauriertes Fachwerk, neuer Putz am Haus, alte Gehöfte, aus denen schmucke „Hofreiten“ wurden, in denen altes Wohnen saniert und neues Wohnen an- oder aufgebaut wurde. Sie geben Zeugnis von der bäuerlichen Zeit Kriftels, in der mit Pferd, Zug und Wagen Landwirtschaft betrieben wurde, bevor um die Jahrhundertwende der Obstanbau zu Veränderungen im Erwerb vieler Krifteler führte und Kriftel zur größten zusammenhängenden Obstanbaugemeinde in Hessen machte. Daher führt Kriftel auch den anerkannten Beinamen „Obstgarten des Vordertaunus“.
In der Goethestraße und ihren Nebenstraßen und Gassen (in der Trebergasse steht z.B. steht das alte Waschhaus, die „Waschküche“ der Gemeinde) kann man in die historische Atmosphäre des Ortes eintauchen. Der Weg zurück empfiehlt sich durch die Kirchstraße. Hier steht wie ein Fels die katholische Pfarrkirche St. Vitus mit ihren zwei Türmen. Früher befanden sich an der Stelle auch die alte Schule und das alte Rathaus. In den beiden Gastwirtschaften an der Kirche feierte die Krifteler Volksseele früher ihre „Feste wie sie fielen“, woraus sich Erzählungen und „Legenden“ sponnen. Beide Gaststätten sind auch heute noch bewirtschaftet.
St. Vitus
St. Vitus steht auf der ältesten Kirche des Orts, von der sich ein Grundstein mit der Einmeißelung von 1008 fand. Nach dem Brand dieser ältesten Kirche im Jahre 1671 entstand der heutige Bau in 1868. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts ist sie innen restauriert, saniert und neu angestrichen worden. In ihrem unmittelbaren Umfeld ist mit Kirchplatz, Gemeindehaus sowie der Einrichtung „Familienoase“ ein modernes christliches Zentrum entstanden. Kirchenkonzerte in St. Vitus zu Ostern, Pfingsten und im Advent gehören zu den kulturellen Höhepunkten von Kriftel und dem Kreis. An der Kirche ist die Backhausstraße. Wie der Name es sagt, wurde hier in der Vergangenheit das Brot für die Krifteler gebacken.
Attraktive Freizeiteinrichtungen
Durch die Kapellenstraße führt der Weg hinunter zur Bleichstraße mit der Kleinen und Großen Schwarzbachhalle und zum großen Freizeitpark mit dem öffentlichen Freibad. Das Parkbad ist ein attraktives Familienbad, das in Frühjahr und Sommer zahlreiche Besucher aus Kriftel und den umliegenden Städten und Gemeinden anlockt. Der Freizeitpark ist eine Einzigartigkeit im Kreis, die ebenfalls von Familien und Jugendlichen auch von außerhalb angesteuert wird. In dieser Grünoase mit einer Ausdehnung von über 70.000 Metern ist vielseitiges Spiel und wahre Erholung möglich. Die Anlage wird u.a. bei jährlichen „Spielen im Park“ über Wochen mit viel Leben gefüllt. In den Schwarzbachhallen wird Sport getrieben sowie Unterhaltung, Gesellschaft und Geselligkeit gepflegt. Sie zählen zu den bedeutenden Sport- und Kulturhallen im Kreis.
Würden wir vor den Schwarzbachhallen in Richtung Hofheim abbiegen, kämen wir nach kurzem Fußweg an den Sportanlagen an der Hofheimer Straße vorbei, wo u.a. die Mannschaften des Fußballvereins SV 07 Kriftel spielen und trainieren. Etwas weiter oben, am Schmelzweg, in dessen Mitte die Gemarkungsgrenze zwischen Kriftel und Hofheim verläuft, steht die Kreissporthalle.
Von der Schul- in die Lindenstraße
Doch bleiben wir zunächst im Bereich der Schwarzbachhallen. Gegenüber der Vorderseite der Hallen mündet die Schulstraße in die Bleichstraße. Am Anfang dieser Straße erkennt man eine alte Hofreite, in der das Heimatmuseum der Gemeinde untergebracht ist. Wer sich für die Geschichte Kriftels interessiert, sollte unbedingt einen Blick in die Heimatkundliche Sammlung werfen. Der neu hergerichtete Hof des Anwesens ist ein beliebter Ort für Freiluftveranstaltungen. In der Mitte der Schulstraße steht die moderne Feuerwehranlage, die 1999 ausgebaut und modernisiert worden ist. Gleich neben der Feuerwehr steht das Haus der Vereine, die ehemalige Volksschule der Gemeinde. Auch dieses Gebäude wurde umfassend saniert und modernisiert.
Von der Schulstraße gelangt man in die Lindenstraße. An ihr steht die Lindenschule, eine moderne, großzügige Grundschule. Auch ein Hort ist an ihr angebaut. An der Schule hat auch das DRK sein Heim und lädt jedes Jahr die Ferienspielkinder zu Übungen und Spiel ein. Hinter der Lindenschule steht ebenfalls großräumig die Weingartenschule, eine Gesamtschule bis zur zehnten Klasse. Sie hat eine freistehende Sporthalle, deren Außenwand in mehreren Aktionen von Kindern und Jugendlichen mit farbigen Sportmotiven gestaltet wurde. Das Schulmuseum in der Weingartenschule ist eine weitere sehenswerte Einrichtung.
Entlang des Schwarzbachs...
Es ist beruhigend, auf dem Hattersheimer Weg, der in Höhe der Brücke von der Kapellenstraße abzweigt, dem Lauf des Schwarzbachs zu folgen. Der Fuß- und Radweg führt am Gewerbegebiet vorbei, das ein Mischgebiet ist, in dem Familien wohnen, Betriebe arbeiten und produzieren, Gärtnerei und Obstanbauer, Obsthöfe, ihre Waren anbieten. Auf der rechten Wegseite kommt der Spaziergänger dann an der Anlage der Kleintierzüchter vorbei, wo es besonders Kindern Spaß macht, die Tiere zu beobachten.
Das Hochfeld – die Obstkammer der Gemeinde
Gegenüber dem Gewerbegebiet liegt auf der anderen Seite der Landesstraße 3011 das Hochfeld. Aus dem Freizeitpark heraus ist es über eine erkennbare Spannbrücke über die Landesstraße zu erreichen. Wege durch das Hochfeld, das sich weit hin nach Weilbach erstreckt, führen vorbei an Obstfeldern für Erdbeeren, Äpfel-, Birnen- und Kirschbäume. Es wird geschätzt, dass hier rund 200000 Obstbäume stehen. Wer von hier oben die Obstbaumblüte im Frühjahr erlebt, erhält einen unvergesslichen Eindruck. Zur Erntezeit ist auf dem Hochfeld rege Betriebsamkeit. An seinem Rand entlang der Hattersheimer Straße kann das Obst frisch vom Erzeuger preiswert gekauft werden.
Das Gebiet an der Straße „Auf der Hohlmauer“ beherbergt Anlagen des Schützen-, Hunde-, Reiter- und Kleingartenvereins. Hierher kommen auch zahlreiche Bürger, die den Vereinen nicht angehören. Denn auch diese Vereine von den über 30 in der Gemeinde sind gesellig aktiv und bieten in frischer Luft und Natur manches Fest und gesellige, erholsame Einkehr. Unweit davon steht die Bonifatiuskapelle. Ein kleines Gotteshaus im Grünen mit großem Rasengelände. Von dort ist es nicht weit zur Konrad-Adenauer-Schule. Das moderne Schulgebäude, das sich harmonisch in die schöne Umgebung einfügt, beherbergt mehrere beruflich orientierte Schulformen.
Zurück in den Ort
An der Frankfurter Straße steht das Rat- und Bürgerhaus. Hier haben Bürgermeister und Verwaltung ihren Sitz. Im großen Saal und Foyer können die Bürger aber auch feiern. Empfänge und Ausstellungen werden darin ebenfalls geboten. Wer die Frankfurter Straße hinauf Richtung Friedhof geht, kann rechter Hand über die Rossertstraße in das bemerkenswerte Baugebiet „Engler“ gehen und hier teilweise höchst individuelles Wohnen bestaunen. Das ist auch auf der anderen Seite der Frankfurter Straße möglich. Es empfiehlt sich ein Spaziergang in die Leicherstraße, Robert-Schumann-Ring, Paul-Duden-Straße, Windhorststraße (Foto) und ins „Musikerviertel“ mit Mozart- oder Beethovenstraße. Hier können u.a. alte Baustile der „Siedlerzeit“ angeschaut werden.
Am Ortsrand in Richtung Frankfurt-Zeilsheim ist 2005 ein weiteres attraktives Naherholungsgebiet eröffnet worden: Der „Ziegeleipark“. Mit seinem lokalen historischen Bezug zur einstigen Ziegelgewinnung ist er doch Teil einer großen regionalen Raum- und Parkidee für die Rhein-Main-Region.
Rund um den Bahnhof
Aus dem Bahnhof ist eine Gemeindebücherei mit vielseitigem Medienangebot geworden. Der schmucke Bahnhofsvorplatz, der „Platz von Airaines“, benannt nach der französischen Partnerstadt, trägt samstags einen Frischemarkt. Auf ihm wird auch gefeiert. Auf der anderen Seite der Bahnlinie ist ein neu gestaltete "Bahnhofsplatz Süd" entstanden. Ein Blick in die Bahnhofstraße ist ebenfalls nützlich: Hier arbeitet seit über siebzig Jahren die Raiffeisen Obst- und Warengenossenschaft. Sie nimmt das Obst der Obsterzeuger entgegen und vermarktet es bundesweit. Der weitere Weg von hier führt in die Immanuel-Kant-Straße mit der evangelischen Kirche und ihrem Kindergarten sowie Gemeindehaus mit Vorplatz und Garten. Das Gemeindehaus ist in 2000 neu entstanden und festlich eingeweiht worden. Von dort sind es nur wenige Minuten zum Lindenplatz, dem Ausgangspunkt unseres Rundgangs.










